6.2 Schwule

Schwule Männer stellten und stellen immer noch die zahlenmäßig in Deutschland, Österreich und der Schweiz am stärksten von HIV betroffene Gruppe dar. Dies bedingt auch, daß ein Großteil der Informationsangebote zu HIV anfangs oder auch heute noch von Schwulen initiiert und erstellt wurden, sich jedoch nicht nur an Schwule, sondern an mehrere oder alle Betroffenengruppen richteten. Aus diesem Grund sind diese Angebote im Kapitel “Positive Allgemein aufgeführt. Dieses Kapitel beschränkt sich auf Informationsangebote, die sich im Schwerpunkt gezielt an schwule Männer wenden (und die Zahl von Angeboten spezifisch für Schwule ist aus oben genannten Gründen vergleichsweise gering).

 

6.2.1 Printmedien

6.2.1.1 Deutschsprachig

AIDS-Hilfe Bonn e.V. (Hg.): Es liegt in deiner Hand – schwule Liebe, schwuler Sex. Bonn 2000
Insbesondere an junge Schwule wendet sich von der AIDS-Hilfe Bonn herausgegebene Broschüre “Es liegt in deiner Hand”, die Themen wie Beziehungen, Sprechen und Fühlen, Sexpraktiken und Risiken, HIV & AIDS sowie Gruppen und Beratung behandelt.

 


 

AIDS-Hilfe NRW e.V. (Hg): AIDS-Prävention für schwule Männer 1995-2000 – Dokumentation 5 Jahre Herzenslust, Köln 2000
Herzenslust fördert als Vernetzungsprojekt die Selbstorganisation und Infrastrukturen von schwulen Männern in NRW. Als Modell zielgruppenorientierter Gesundheitsförderung soll damit auch der Boden für gesundheitsförderndes Verhalten bereitet werden. Die 54seitige Broschüre berichtet über die verschiedenen Aktionen von Herzenslust in den Jahren von 1995 bis 2000.


 

Biechele, Ulrich: Schwule Männer aus der Unterschicht – Sexuelle Identität und HIV-Prävention, AIDS Forum DAH Band XXV, Deutsche AIDS-Hilfe Berlin November 1996


Bochow, Michael: Schwule Männer und AIDS – Eine Befragung im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung/Köln, AIDS Forum DAH Band XXXI, Deutsche AIDS-Hilfe Berlin Dezember 1997


Herrn, Rainer: Schwule Lebenswelten im Osten: andere Orte, andere Biographien. Kommunikationsstrukturen, Gesellungsstile und Lebensweise schwuler Männer in den Neuen Bundesländern, AIDS Forum DAH Band XXXIV, Deutsche AIDS-Hilfe Berlin Juni 1999

 

6.2.1.2 International

GMHC Treatment Issues

Die GMHC Treatment Issues sind eine der bedeutendsten Informationsquellen zu HIV und AIDS. Auch wenn sie von einer schwulen Gesundheits-Organisation herausgegeben werden (GMHC Gay Mens Health Crisis), behandeln sie HIV nicht nur unter dem schwulen Aspekt. Sie informieren u.a. über experimentelle Therapieformen, Therapie opportunistischer Infektionen und Studien. GMHC Treatment Issues, The Tisch Building, 119W 24th Street, New York, NY 10011, USA, Tel. 001-212/367 1065, Fax 001-212/367 1528, http://www.gmhc.org/living/treatmnt.html e-mail daveg@gmhc.org.


Journal of the Gay and Lesbian Medical Association

Offizielles Organ der gleichnamigen US-amerikanischen GLMA. Neben gesundheitspolitischen Themen und Fragen rund um schwul / lesbische Gesundheit werden auch Themen rund um HIV und AIDS behandelt. Weitere Informationen über GLMA.

 


ILGA Menschenrechtsreport

Der GLBT Human Rights Annual Report der ILGA International Lesbian and Gay Association berichtet neben anderen Themen wie Gleichstellung von Lesben und Schwulen unter anderem auch in einem gesonderten Kapitel über Menschenrechtsverletzungen im Kontext von HIV/AIDS. Der Bericht kann gegen 3,- in Briefmarken (Rückporto) angefordert werden beim ILGA Informationsbüro Berlin, c/o Hartmut Schönknecht, Elberfelder Straße 23, 10555 Berlin.

 

6.2.2 Treffen und Konferenzen

6.2.2.1 Deutschsprachig

Lederklubs

Zweimal jährlich finden Seminare statt für die Sozialbeauftragten von Lederklubs. Die Seminare dienen insbesondere dem Erfahrungsaustausch und der Fortbildung, u.a. auch zu medizinischen und sozialrechtlichen Fragen. Weitere Informationen bei der Deutschen AIDS-Hilfe.

6.2.3 Gruppen und Organisationen

6.2.3.1 Deutschsprachig

Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz e.V.

Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz (im englischen: sowohl ‘immerwährender Ablass’ als auch ‘immerwährende Ausschweifung’) sind ein internationaler Orden, der sich der Hilfe für Menschen, die von HIV und AIDS betroffen sind, verschrieben hat. Der Orden wurde 1976 in San Francisco gegründet als Hilfsorganisation für Schwule, seit 1982 setzt sich der Orden auch mit AIDS auseinander.
Weitere Informationen vom deutschen Mutterhaus unter http://www.dieschwestern.de

6.2.3.2 International

GMHC Gay Mens Health Crisis

GMHC, 1981 gegründet, ist die älteste US-amerikanische gemeinnützige AIDS-Organisation. Neben Aktivitäten zu HIV/AIDS ist GMHC auch engagiert bei anderen schwulen Gesundheitsthemen wie z.B. Partydrogen oder sexuell übertragbare Krankheiten. GMHC ist auch Herausgeber der Treatment Issues. GMHC ist im Internet erreichbar unter http://www.gmhc.org.

Gay Men’s Health Crisis, 119 West 24th Street, New York, NY 10011, USA, Tel 001-212/807 6664


GLMA Gay And Lesbian Medical Association

Die 1981 gegründete Gay and Lesbian Medical Association ist eine Gruppe von 2.000 Schwulen, Lesben, Transgender und Bisexuellen, sowohl praktizierende Ärzte als auch Medizinstudenten aus 12 verschiedenen Staaten. GLMA versucht, Homophobie im Medizinbereich und der Gesellschaft allgemein zu bekämpfen und das Gesundheitssystem für Lesben, Schwule und Menschen mit HIV und AIDS zu verbessern.

GLMA, 459 Fulton Street, Suite 107, San Francisco, CA 94102, USA. Tel. 001-415/255 4547, Fax 001-415/255 4784 Internet http://www.glma.org

 

6.2.4 Internetangebote

6.2.4.1 Deutschsprachig

Bareback

Der Begriff Bareback kommt aus dem Bereich des Rodeo und bedeutet sinngemäß übersetzt Reiten ohne Sattel. Neuerdings steht er auch für ungeschützten Sex – das “Bumsen ohne Kondom”. Besonders im Internet wächst die Anzahl der Mailinglisten und Chatchannels, auf denen sich Freunde des “Reiten ohne Sattels” suchen und finden. Weitere Informationen über deutschsprachige Barebacker im Internet unter der Adresse http://www.bareback.de


Herzenslust

Herzenslust – eine Kampagne der AIDS-Hilfe NRW für die schwule Szene(n). Herzenslust, das sind kreative Aktionen in der Szene, Spaß haben, Gespräche, vor HIV und AIDS nicht wegschauen, mit Lust, mit Liebe und Sexualität. Träger von Herzenslust-Aktionen sind dabei nicht nur AIDS-Hilfen, sondern auch Schwulengruppen, Sportvereine, Redaktionen, Firmen etc. Informationen über Herzenslust im Internet unter der Adresse http://www.herzenslust.org sowie über die AIDS-Hilfe NRW.


LSVD

Der LSVD Lesben- und Schwulenverband Deutschlands bietet auf seinem Internetangebot unter der Adresse http://www.lsvd.de in der Sektion ‘Unsere Themen’ unter dem Punkt ‘HIV & AIDS’ einen Überblick über seine Forderungen und Aktivitäten auf dem Gebiet HIV/AIDS.

 

6.2.4.2 International

Bareback

Die Bareback-Bewegung stammt ursprünglich aus den USA und ist dort schon länger aktiv als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – entsprechend größer auch das Angebot dort. Informationen u.a. auf der Internetseite http://members.aol.com/pigbotm/xtreme.html


Gay Men Fighting AIDS

Unter der Adresse http://www.demon.co.uk/gmfa findet sich ein sehr ansprechend gestaltetes britisches Angebot mit umfassenden Informationen zu Safer Sex, (überwiegend britischen) Informationsquellen für Positive, Debatten zu Präventionspolitik etc.


Queer Resources Directory

Eine wohl einmalige Einrichtung ist das Queer Resources Directory unter der Adresse http://www.qrd.org, ein Verzeichnis zahlreicher (überwiegend US-amerikanischer) Angebote, Informationsmöglichkeiten etc. von und für Schwule. Mit annähernd 25.000 Nennungen eines der umfassendsten Informationsverzeichnisse zu Schwulen. Unter der Adresse http://www.qrd.org/qrd/aids auch ein guter Überblick über (i.d.R. wiederum US-amerikanische) schwule Angebote zum Thema HIV/AIDS.

 

6.2.5 Diskussion/ Information

6.2.5.1 Deutsch

Bareback

“Ohne Sattel reiten”, das Synonym für unsafen Sex. Barebacker finden in Deustchland wie auch international am leichtesten Kontakt über Email-Listen. In Deutschland existieren unseres Wissens zwei Listen, eine bundesweite und eine Berliner, auf denen Informationen und Partytermine ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden: http://www.onelist.com und dort nach gaybareback berlin und barebackgermany suchen.


Görkes Faxline

“AIDS geht uns alle an” – dies ist das Motto von Uwe Görkes Faxline für positive und nichtpositive schwule Männer. Kontakt ermöglichen, Gedanken austauschen, das Ganze ohne Ausgrenzung. Anmeldung auf der Internetseite http://www.bootsbw.com/home/goerke/faxline.htm.

 

6.2.5.2 International

GayPoz

GayPoz ist eine der bekanntesten US-amerikanischen e-mail-Diskussionslisten für Positive. Sie behandelt im wesentlichen emotionale Unterstützung, medizinische Informationen und die alltäglichen Erfahrungen von Positiven. GayPoz ist ausschließlich für HIV-positive Schwule gedacht und eine geschlossene Liste. Zunächst ist eine Anmeldung erforderlich bei GayPoz-Approval@Web-Depot.Com, weitere Informationen sind auch im Internet zu finden unter http://www.gaypoz.com sowie http://www.web-depot.com/mailing-lists.


gay-net.aids

Die wohl bekannteste Newsgroup, auf der Schwule sich mit HIV und AIDS beschäftigen und diskutieren ist gay-net.aids.


prostate

Auch wenn Prostata-Probleme keinen direkten Bezug zur HIV-Infektion haben, ein großer Teil aller Männer, und eben auch der Schwulen, auch der Positiven, hat im Lauf des Lebens Probleme mit der Prostata. Genau diesen Problemen widmet sich die (überwiegend von Schwulen frequentierte) Liste prostate. Abonnement durch e-mail an majordomo@queernet.org mit dem Text subscribe prostate.


Queeract

Kommunikation unter (überwiegend US-amerikanischen) schwulen Aktivisten herstellen – das ist das Ziel der e-mail-Diskussionsliste Queeract. Im Mittelpunkt stehen Menschenrechte für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender – darunter auch das Thema HIV und AIDS. Queeract ist eine offene, unmoderierte Liste. Anmeldung durch eine e-mail an listproc@critpath.org mit ‘subscribe QUEERACT <Vorname> <Nachname>’ als Nachrichten-Text.