HIV/AIDS-Taschenlexikon – L –

2 HIV/AIDS Taschenlexikon

LAAM: Abk. für L-alpha-Acetylmethadol.

Läsion: umschriebene Schädigung eines Organs oder seiner Funktion.

Laktatazidose: Fachbez. für eine schwere Störung des Säure-Basen-Haushalts mit (lebensbedrohlicher) Übersäuerung durch Ansammlung von Milchsäure (Laktat); unterschieden werden: Typ A infolge eines Sauerstoffmangels in Organen und Geweben; Typ B im Zusammenhang mit Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus), Leber- oder Niereninsuffizienz, durch Arzneimittel (u.a. NRTI) oder toxische Substanzen, bei neurologischen Erkrankungen oder angeborenen Enzymdefekten.

Laktatdehydrogenase: Abk. LDH; Enzym, dessen meßbare Konzentration im Blut bei verschiedenen Erkrankungen (z.B. Pneumocystis-Pneumonie, bestimmte Formen von Anämie, Leberschädigungen) erhöht ist.

Laktoseintoleranz: Form der Nahrungsmittelintoleranz mit Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose) als Folge einer verringerten enzymatischen Aktivität in der Darmschleimhaut; vermehrtes Vorkommen bei infektiösen oder entzündlichen Darmerkrankungen. Im Anschluß an den Verzehr von Milch oder milchhaltigen Produkten kommt es zu Blähungen, Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen. Die Behandlung besteht in der Therapie der Grunderkrankung und der Vermeidung von Milchprodukten bzw. Ersatz durch laktosearme Milch.

L-alpha-Acetylmethadol: Abk. LAAM; morphinartiges Schmerzmittel (Opioid), das in den USA als Arzneimittel zur Substitutionstherapie verwendet wird; bei struktureller Ähnlichkeit hat es eine längere Halbwertzeit als Levomethadon. UAW: u.a. Verstopfung, starkes Schwitzen, Arzneimittelwechselwirkungen (z.B. mit Schlaf- und Schmerzmitteln, Alkohol), sexuelle Funktionsstörungen.

Lambliasis: frühere Bez. für Giardiasis.

Lamivudin: auch 3TC, Handelsname Epivir; antiviral wirksames Arzneimittel (Nukleosidanalogon) zur antiretroviralen Kombinationstherapie einer HIV-Infektion und zur Behandlung der chronischen Hepatitis B. UAW: u.a. Kopfschmerz, Hautausschlag, gastrointestinale Störungen.

Lamotrigin: Arzneimittel, das zur Behandlung zerebraler Krampfanfälle verwendet wird (Antiepileptikum); Verwendung auch als Schmerzmodulator z.B. bei Neuropathie. UAW: u.a. Hautreaktionen, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerz.

Langerhans-Zellen: dendritische Zellen in Haut und Schleimhäuten.

LAS: Abk. für Lymphadenopathiesyndrom.

latent: versteckt, verborgen, inapparent.

Latenzzeit: symptomfreie Phase zwischen dem Einwirken einer Schädigung und dem Auftreten von Symptomen; bei Infektionskrankheiten die Inkubationszeit.

Latexfolie: auch Kofferdam, dental dam; Läppchen aus Latex, das bei orogenitalen oder oroanalen Sexualkontakten zur Prävention sexuell übertragbarer Infektionen über Vulva oder Anus gelegt werden kann; ersatzweise kann auch ein längs aufgeschnittenes (unbeschichtetes) Kondom verwendet werden; aus Polyurethan bestehende Kofferdams zur Verwendung bei Latexallergie sind erhältlich.

LDH: Abk. für Laktatdehydrogenase.

LDL: Abk. für (engl.) low density lipoproteins, Lipoproteine geringer Dichte.

Lebendimpfstoff: Impfstoff mit vermehrungsfähigen, aber abgeschwächten (attenuierten) Krankheitserregern, die so eine aktive Immunisierung hervorrufen; bei symptomatischer HIV-Infektion wird keine Anwendung von Lebendimpfstoffen empfohlen; eine BCG-Impfung (Tuberkulose) ist in jedem Fall kontraindiziert.

Leberentzündung: umgangssprachliche Bez. für Hepatitis.

Leberwerte: zusammenfassende Bez. für Laborwerte zur Beurteilung der Leberfunktion, z.B. durch Bestimmung von Enzymen (u.a. Alanin-Amino-Transferase, Aspartat-Amino-Transferase, gamma-Glutamyltransferase), Stoffwechselprodukten wie Bilirubin und in der Leber gebildeten Hormonen oder Blutgerinnungsfaktoren.

Legionellose: auch Legionärskrankheit; Erkrankung durch das Bakterium Legionella pneumophila mit zunächst unspezifischen Allgemeinsymptomen, gefolgt von hohem Fieber und (lebensbedrohlicher) Lungenentzündung. Therapie mit Antibiotika.

Leihantikörper: s. mütterliche Antikörper.

Leiomyosarkom: von Zellen der glatten Muskulatur ausgehender maligner Tumor; bei HIV-Infektion wurden Manifestationen u.a. an Nebenniere und Zentralnervensystem beschrieben; Leiomyosarkome stellen bei Kindern eine AIDS-definierende Erkrankung dar. Ein ursächlicher Zusammenhang mit einer Infektion mit humanem Herpesvirus 4 (HHV-4, Epstein-Barr-Virus) wird diskutiert.

Leishmaniosen: Erkrankung durch Leishmania (Protozoen) mit Manifestationen an Haut, Schleimhäuten oder bei HIV-Infektion vermehrt als sog. Kala-Azar an inneren Organen mit Fieber, Leber- und Milzvergrößerung. Therapie z.B. mit Antimonverbindungen, Amphotericin B oder Miltefosin.

Leitlinien: nach einer Definition der Bundesärztekammer systematisch entwickelte Entscheidungshilfen über angemessene Vorgehensweisen bei speziellen diagnostischen und therapeutischen Problemstellungen; Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion werden von der Deutschen AIDS-Gesellschaft veröffentlicht; ferner liegen u.a. Empfehlungen zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft, zur Postexpositionsprophylaxe sowie Empfehlungen der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft AIDS und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie zur antiretroviralen Therapie bei Kindern vor.

Lenograstim: rekombinanter humaner Granulozyten-koloniestimulierender Faktor (G-CSF), der zur Therapie von Neutropenien verwendet wird. UAW: u.a. Kopfschmerz, gastrointestinale Störungen, Blutbildveränderungen.

Lentiviren: auch Lentivirinae; von (lat.) lentus, langsam, abgeleitete Bez. für Virengattung aus der Familie der Retroviren mit mehreren Viren, die bei Tieren zu Erkrankungen führen, u.a. equine infectious anemia virus (EIAV, Anämie bei Pferden), felines Immundefizienzvirus (FIV, Immunschwäche bei Hauskatzen); ferner HIV mit den beiden Arten HIV-1 und HIV-2 sowie SIV. Charakteristisch ist eine Inkubationszeit von vielen Jahren und ein langsamer Krankheitsverlauf (sog. Slow-Virus-Infektion).

Letalität: epidemiologische Fachbez. für die Zahl der Todesfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der Erkrankungen (Sterblichkeit).

Leukoplakie: weiße, nicht abstreifbare flache oder warzenähnliche Schleimhautveränderungen; bei chronischen Reizungen sind Zellatypien und Übergänge in ein Plattenepithelkarzinom möglich. Bei HIV-Infektion Vorkommen z.B. als orale Haarleukoplakie.

Leukozytopenie: auch Leukopenie; Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) infolge von Knochenmarkerkrankungen, viralen Infektionen, toxischen oder physikalischen Schädigungen.

Levofloxacin: Antibiotikum (Chinolon), das zur Behandlung von Atemweginfektionen, Tuberkulose und atypischen Mykobakteriosen verwendet wird. UAW: u.a. neurologische Störungen.

Levomethadon: auch L-Methadon, sog. Pola; morphinartiges Schmerzmittel (Opioid), das als Arzneimittel zur Substitutionstherapie und Schmerzbehandlung verwendet wird. UAW: u.a. Abhängigkeit, Verlangsamung der Atemfrequenz, Verstopfung, starkes Schwitzen, Arzneimittelwechselwirkungen (z.B. mit Schlaf- und Schmerzmitteln, Alkohol), sexuelle Funktionsstörungen, bei zuckerhaltigen Lösungen Zahnschäden.

LGV: Abk. für Lymphogranuloma venereum.

Libidostörungen: s. sexuelle Funktionsstörungen.

Lindan: Arzneimittel gegen Parasiten, das z.B. bei Skabies (Krätze), Kopf- und Filzlausbefall angewendet wird. UAW: in Einzelfällen Juckreiz, Rötung.

LIP: Abk. für lymphoide interstitielle Pneumonie.

Lipide: Fachbez. für Fette und fettartige Substanzen.

Lipidsenker: Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette bei Hyperlipidämie; Einteilung nach chemischer Struktur bzw. Wirkmechanismen in 1. Anionenaustauscher (z.B. Colestipol, Colestyramin); 2. Fibrate (z.B. Bezafibrat, Gemfibrozil); 3. HMG-CoA-Reduktasehemmer (sog. Statine, z.B. Atorvastatin, Fluvastatin, Pravastatin, Lovastatin, Simvastatin); 4. Nikotinsäurederivate (z.B. Pyridolmethanol); ferner finden Substanzen unterschiedlicher Stoffgruppen Anwendung (z.B. Sitosterol, Probucol). Lipidsenker sollten i.d.R. mit dietätischen Maßnahmen (Ernährungsumstellung) verwendet werden; aufgrund gemeinsamer Stoffwechselwege sind Arzneimittelwechselwirkungen zwischen lipidsenkenden Arzneimitteln und Proteaseinhibitoren häufig und machen evtl. Dosisanpassungen der Lipidsenker erforderlich.

Lipoatrophie: s. Fettatrophie.

Lipodystrophie-Syndrom: Bez. für verschiedene morphologische und metabolische Veränderungen, die v.a. Fettgewebe, Fett- und Glukosestoffwechsel betreffen; sie werden bei einer HIV-Infektion vermehrt im Rahmen einer antiretroviralen Therapie (v.a. mit Proteaseinhibitoren und NRTIs) beobachtet, die genaue Ursache ist unklar, eine allgemein akzeptierte Definition des Syndroms existiert nicht. Als Symptome, die einzeln, aber auch in Kombination auftreten können, werden beschrieben: morphologische Veränderungen wie die Abnahme subkutanen Fettgewebes (Fettatrophie) oder Fettablagerungen (Fettakkumulation); metabolische Veränderungen wie Fettstoffwechselstörungen (v.a. als Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie) und Glukosestoffwechselstörungen (v.a. Glukosetoleranzstörung, Insulinresistenz, Diabetes mellitus).

Lipohypertrophie: s. Fettakkumulation.

Lipomatose: Auftreten zahlreicher Fettgewebsgeschwulste (sog. Lipome); Vorkommen z.B. im Rahmen einer Fettakkumulation.

Liponsäure: s.alpha-Liponsäure.

Lipopeptidimpfstoffe: aus Fetten (Lipiden) und Eiweissen (Peptiden) bestehende Impfstoffe (z.B. LIPO-5), die modifizierte Gene von HIV enthalten (gag, nef, pol) und in Studien als experimentelle HIV-Vakzine untersucht werden.

Lipoproteine: aus Fetten (Lipiden) und Eiweissen (Proteinen) bestehende Moleküle; im menschlichen Organismus werden mit ihnen verschiedene Fette transportiert, die anhand physikalischer Eigenschaften unterschieden werden in Lipoproteine sehr geringer Dichte (engl. very low density lipoproteins, VLDL); Lipoproteine geringer Dichte (engl. low density lipoproteins, LDL); Lipoproteine hoher Dichte (engl. high density lipoproteins, HDL). Änderungen in der Zusammensetzung der gesamten Lipoproteine im Blut werden als Dyslipoproteinämie bezeichnet; im Zusammenhang mit der antiretroviralen Therapie einer HIV-Infektion werden v.a. erhöhte Blutwerte von Lipoproteinen sehr geringer und geringer Dichte (LDL und VLDL) und erniedrigte Konzentrationen von Lipoproteinen hoher Dichte (HDL) beobachtet; vgl. Fettstoffwechselstörungen.

Liquor: Fachbez. für Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit. Als liquorgängig wird ein Arzneimittel bezeichnet, das nach Überwindung der Blut-Hirn-Schranke im Liquor nachweisbar ist.

Listeriose: Infektionen mit Bakterien der Gattung Listeria, insbesondere Listeria monocytogenes, die zu schwerer Sepsis, Hirnhaut- und Gehirnentzündungen (Meningoenzephalitis) führen können. Therapie mit Antibiotika.

livid: bläulich, blaßblau.

L-Methadon: s. Levomethadon.

log-Stufen: in der Beschreibung von Veränderungen der Viruslast angewendete sog. Zehnerlogarithmen, die einen exponentiellen Verlauf beschreiben; z.B. entspricht ein Abfall um 1 log-Stufe entspricht einer Verringerung der Viruslast auf ein Zehntel des Ausgangswerts, s. Tabelle.

log-Stufen
Senkung der Viruslast um log10 = Abfall in Prozent
-0,22 -40%
-0,3 -50%
-0,4 -60%
-0,52 -70%
-0,7 -80%
-1 (10fach) -90%
-1,1 -92%
-1,15 -93%
-1,22 -94%
-1,3 -95%
-1,4 -96%
-1,5 (32fach) -96,80%
-1,52 -97%
-1,7 -98%
-2 -99%
-2 (100fach) -99%
-2,5 (316fach) -99,70%
-3 (1000fach) -99,90%

lokal: örtlich (begrenzt).

long terminal repeat: s. LTR.

longterm non-progressor: (engl.) Bez. für Menschen, die nach einer HIV-Infektion lange Zeit keine oder nur eine geringe Immunschwäche und eine niedrige Viruslast zeigen, schätzungsweise bis zu 1% aller HIV-Infizierten. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind weitgehend unklar; es werden höhere Konzentrationen neutralisierender Antikörper beschrieben; ein Zusammenhang mit der zellulären Immunantwort (höhere Funktionalität von CD8-Zellen) und genetischen Eigenschaften (z.B. HLA-Typ B57, Fehlen von CCR5-Rezeptoren bei CCR5delta32-Mutation, genetische Polymorphismen) werden diskutiert; auch scheinen Infektionen mit Virusvarianten, bei denen bestimmte Abschnitte von nef oder vpr fehlen, milder zu verlaufen.

Look-Back-Verfahren: s. Rückverfolgung.

Loperamid: Arzneimittel, das die Darmmotilität hemmt und zur symptomatischen Behandlung von Durchfällen verwendet wird. UAW: u.a. Mundtrockenheit, Verstopfung, Blähungen, allergische Reaktionen.

Lopinavir: Abk. LPV, Handelsname Kaletra; antiretroviral wirksames Arzneimittel (Proteaseinhibitor) zur Kombinationstherapie einer HIV-Infektion; in fester Kombination mit einer Booster-Dosis Ritonavir. UAW: u.a. gastrointestinale Störungen, Fettstoffwechselstörungen.

Lovastatin: Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette (Lipidsenker). UAW: u.a. gastrointestinale Störungen, Hautausschläge, Wechselwirkungen mit Proteaseinhibitoren.

LPV: Abk. für Lopinavir.

LTBI: Abk. für latente Tuberkulose-Infektion, s. Tuberkulose.

LTNP: Abk. für (engl.) longterm non-progressor.

LTR: Abk. für (engl.) long terminal repeat, lange endständige Wiederholung; Bez. für Anteile eines retroviralen Genoms, die bei der Integration der viralen Erbsubstanz mit der DNA der Wirtszelle verbunden werden und die Transkription (Umschreibung) der viralen Erbsubstanz initiieren oder verstärken.

Lubrikanzien: Fachbez. für Gleitmittel.

Lues: Kurzbez. für Lues venerea, s. Syphilis.

Lyell-Syndrom: s. toxische epidermale Nekrolyse.

Lymphadenopathie: krankhafte Veränderungen von Lymphknoten, z.B. bei Entzündungen, Infektionen oder Tumorerkrankungen; vgl. Lymphom.

Lymphadenopathiesyndrom: Abk. LAS; Schwellung und (evtl. tastbare) Vergrößerung von Lymphknoten in mehreren Körperregionen. Bei HIV-Infektion z.B. Vorkommen als persistierende generalisierte Lymphadenopathie mit fortdauernder Lymphknotenvergrößerung (Symptom der Kategorie A nach CDC-Klassifikation); Diagnose durch klinische Untersuchung, Ausschluß anderer Ursachen (z.B. andere Infektionen, Tumoren), ggf. serologische bzw. immunologische Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren (Sonographie, Computertomographie).

lymphatisches System: auch Lymphsystem; zusammenfassende Bez. für Lymphgefäße, Lymphgefäßstämme, Milchbrustgang (Ductus thoracicus) und die regionalen Lymphknoten sowie verschiedene lymphatische Gewebsanteile u.a. in Milz und Thymus.

Lymphknoten: in Lymphgefäße eingeschaltete, kleine bis etwa erbsengroße Organe, in denen u.a. körperfremde Substanzen, Mikroorganismen oder Antigene aus der Lymphflüssigkeit gefiltert werden; zu Lymphknotenvergrößerungen kommt es durch eine vermehrte Bildung von B- oder T-Lymphozyten als Reaktion auf Antigene, bei Infektionen oder Tumorerkrankungen; vgl. Lymphadenopathiesyndrom, malignes Lymphom.

Lymphogranuloma venereum: Abk. LGV, auch Lymphogranuloma inguinale; nicht meldepflichtige sexuell übertragbare Erkrankung durch das Bakterium Chlamydia trachomatis. Nach einer Inkubationszeit von 1-3 Wochen Lokalsymptome mit Primärläsion an der Eintrittsstelle, Ausbildung eines kleinen, meist unbemerkt bleibenden Bläschens oder einer Ulzeration, die nach 10-14 Tagen abklingt; nach 1-4 Wochen schmerzhafte Vergrößerung zunächst der regionalen, später weiterer Lymphknoten (sog. Bubo); Einschmelzung und Verbacken der Lymphknoten, Fistelbildung und Eiterabsonderung; bei chronischem Verlauf Strikturen im Bereich von Kehlkopf, Luftröhre sowie Rektum; als Allgemeinsymptome treten Fieber, Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen, Leberentzündung (Hepatitis), Augenbindehautentzündung und Hautrötungen (Erythem) auf. Ohne Behandlung kann es nach Monaten bis Jahren zu einem Übergreifen auf Lymphknoten der Beckenregion mit Ödembildung im Anogenitalbereich kommen. Therapie mit Antibiotika, z.B. Tetracyclin, Erythromycin oder Cotrimoxazol.

lymphoide interstitielle Pneumonie: Abk. LIP, auch pulmonale lymphoide Hyperplasie; Form der interstitiellen Lungenentzündung (Pneumonie) mit beidseitigen Lungeninfiltraten unklarer Ursache; Vorkommen v.a. bei HIV-infizierten Kindern (im 2. und 3. Lebensjahr) als AIDS-definierende Erkrankung sowie bei Autoimmunkrankheiten. Symptome sind Husten, Tachypnoe (beschleunigte Atmung), generalisierte Lymphknotenvergrößerung und Hepatosplenomegalie, bei Kleinkindern Gedeihstörungen; Diagnose durch Röntgen-Thoraxaufnahme, evtl. Lungenbiopsie; bei der Therapie steht eine unterstützende Behandlung im Vordergrund, ggf. mit Gabe von Sauerstoff und Kortikosteroiden.

Lymphom: Fachbez. für alle Formen von Lymphknotenvergrößerungen; unterschieden werden benigne Lymphknotenvergrößerungen, z.B. bei akuten Infektionen; maligne Lymphknotenvergrößerungen, z.B. bei malignem Lymphom, Hodgkin-Lymphom oder Leukämien.

Lymphozyten: zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehörende Zellen des Bluts, die aus Stammzellen des Knochenmarks gebildet werden und an der Immunantwort beteiligt sind; Unterscheidung in B-Lymphozyten, die in Knochenmark und lymphatischem Gewebe des Darms differenziert werden und T-Lymphozyten, die im Thymus differenziert werden.


© Stephan Dressler, Berlin. Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Kein Teil des Werks darf ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Autors in irgendeiner Weise verwendet werden. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie Angebote auf Internetseiten oder Onlinediensten. Zuletzt aktualisiert am: 17.03.2008 https://www.aidsfinder.org/