8.1 Bildende Kunst

8.1.1.2 Künstler H-M

Keith Haring (1958-1990)

Geboren wurde Keith Haring am 4. Mai 1958 in Kutztown, Pennsylvania. Von 1976 bis 1978 studiert er kurz an einer kommerziellen Kunstschule in Pittsburg. Jeder kennt seine Strichmännchen mit ihren meist abgerundeten Formen und Gliedmaßen. Da er bis 1986 auch Wände und Untergrundbahnen bemalte, ist er auch heute noch Idol mancher Sprayer. Bereits zu Lebzeiten begann Haring, Vervielfältigungen seiner Motive in einem eigenen Laden zu vermarkten. Er starb im Februar 1990.


Steve Hart

Fotografierte seit 1990 eine puertorikanische Familie, die an AIDS erkrankt war. Die CD-ROM zeigt diese Bilder zusammen mit Interviews auch aus dem Umkreis der Familie. Zürich, New York, Berlin: Scalo 1997


Jim Hodges

Geboren 1957 in Spokane, Washington. Lebt und arbeitet in New York. Erschafft großformatige Arbeiten aus Seidenblumen, die er auseinandertrennt und die einzelnen Blätter wieder zu luftigen Tüchern vernäht.


Rinaldo Hopf

1955 in Freiburg geboren, lebt in Berlin. Rinaldo Hopf beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit schwulem Leben und schwuler Geschichte. Für die AIDS-Hilfe schuf er ein Plakat, dessen Verkaufserlös der Arbeit der AIDS-Hilfe zu Gute kommt. Unter http://www.rinaldohopf.com ist eine eigene Homepage des Künstlers im Internet zu finden.


Peter Hujar (1934-1988)

Peter Hujar fotografierte, was ihm gefiel. Im wesentlichen aber seine Freunde, Menschen, die er kannte. Und Tiere. Ein Freund erzählt, daß die Tierfotos auch in richtigen "Porträtsitzungen" entstanden, Hujar verbrachte Stunden und redete mit den Tieren. Eine richtige Entdeckung sind die Fotos von behinderten Kindern, die Hujar mit 22 Jahren anfertigte, noch bevor er nach Italien ging. Zuletzt war Peter Hujar der Lebenspartner des New Yorker Künstlers David Wojnarowicz.


Bill Jacobson

"Meine Arbeit beschäftigt sich zwar nicht spezifisch mit AIDS, aber sie bezieht sich auf das, was ich als Teil einer Gemeinschaft, in der die Epidemie gewütet hat, gelernt habe. Durch den Verlust einer ganzen Schar von Freunden und Bekannten im Laufe der letzten zwölf Jahre habe ich die flüchtige und höchst unbeständige Natur des Daseins begriffen". (Bill Jacobson)




Frank Jump

fotografiert u.a. alte Werbetafeln und beschriftete Häuserfassaden, deren Vergänglichkeit ihm ein Bild für das Leben im Zeitalter von AIDS ist. Von Mitte der achtziger Jahre bis ca. 1990 in de Act-Up Bewegung tätig, setzt er jetzt seine ganze Energie nur noch für die Fotografie ein.


Jochen Klein (1968-1997)

Als in München im Zusammenhang mit der AIDS-Hysterie die öffentlichen Toiletten geschlossen wurden, brachte der Maler Jochen Klein vor den verschlossenen Türen Aluminiumtafeln an, auf denen er schwule Kontaktangebote sammeln und anschließend ausstellen wollte. Niemand beschrieb diese Tafeln. Jochen Klein war der Lebenspartner des Fotografen Wolfgang Tillmanns.




Rudy Lemcke

Künstler und Mediendesigner, zu dessen Themenkomplex AIDS und Sterben gehört. Er hat unter anderen Ausstellungen auch "Insight/Out", die sich mit der Darstellung von AIDS in der Kunst beschäftigt, kuratiert. Lemcke vertritt den Standpunkt, das Kunst nicht im leeren Raum verankert sei und hat eine Website für engagierte schwule Kunst eingerichtet: http://www.queerculturalcenter.org
Seine eigenen Arbeiten und viele weitere Informationen zu seinem Werk finden sich auf:
http://www.rudylemcke.com. Zum betrachten der animierten Arbeiten sind ein schneller Rechner sowie ein Shockwave- und ein Flash4-Player erforderlich.


Roger Lips (1952-1994)

Im Dezember 1994 ist der Kölner Künstler Roger Lips an den Folgen von Aids verstorben. Für ihn war die Fotografie lediglich Ausgangspunkt und Endprodukt seiner künstlerischen Arbeit. Mit "fortgesetztem Entwicklungsvorgang" bezeichnete er alle dazwischen liegenden Schritte, die zeichnerische, mechanische, malerische, chemische und reprofotografische Bearbeitung. Lips hinterließ ein Konvolut von etwa 30 gerahmten Bildern, die in der kurzen Schaffenszeit von 1986-1994 in beinahe 50 Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt wurden. In diesem Jahr waren Arbeiten von Lips in der Berliner Ausstellung "Dein Wille geschehe - Das Bild des Vaters in zeitgenössischer Kunst und Wissenschaft"und "Die verletzte Diva - Hysterie, Körper, Technik in der Kunst des 20. Jahrhunderts" zu sehen.


Attila Richard Lukacs

Attila Richard Lukacs wurde 1962 in Kanada geboren und ist später nach Berlin übersiedelt. Heute lebt der Maler in New York. Im wesentlichen ist Lukacs für seine Bildreihen mit Skinheads, amerikanischen Soldaten und archaisch männlich anmutenden Figuren bekannt.


Robert Mapplethorpe

Robert Mapplethorpe ist einer der bekanntesten Fotografen dieses Jahrhunderts. Früh befreundet mit Patti Smith, wollte er zuerst Musiker werden. Mapplethorpe fotografierte Freunde und später bekannte und wichtige Personen des öffentlichen Lebens. Zugleich fotografierte er aber harten Sex auf schonungslose Art und Weise. Sicher ist es zumindest zu einem Teil sein Verdienst, daß Sex, nicht verbrämende Erotik, als künstlerischer Ausdruck Akzeptanz fand.




Rick Miller

Fotojournalist. Hat das Ausstellungsprojekt "Facing Aids Photographic Portraits of Long Island" ins Leben gerufen, in dem er auf das Leben mit Aids auch in ländlichen Regionen, wie Long Island, aufmerksam machen will. Die Porträtierten, Menschen mit AIDS, aber auch ihre Betreuer, Freunde, Eltern, Kinder, usw., können sich den Ort an dem sie fotografiert werden wollen selbst aussuchen. Sie geben dann noch ein kurzes Statement ab, dass zusammen mit dem Porträt ausgestellt wird.


Donald Moffett

Donald Moffett wurde 1955 in Texas geboren. Er war Mitglied der Künstlergruppe "Gran Fury".


Mark Morrisroe (1959-1989)

Mark Morrisroe, auch Mark Dirt genannt, war mit Nan Goldin, Jack Pierson und David Armstrong befreundet. Er hat Unmengen von Polaroids hinterlassen, in denen er sich immer wieder selbst inszenierte, seine Sexualität, aber auch seinen zunehmenden körperlichen Verfall thematisierte.

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©1999, 2003 AIDSfinder / zuletzt aktualisiert am: 09.10.2002