8.1 Bildende Kunst

8.1.1.1 Künstler A-G

David Armstrong

Wird auch dem Kreis der so genannten "Boston School" zugerechnet. David Armstrong ist eng mit Nan Goldin befreundet. Lange waren von ihm nur die s/w-Porträts seiner Freunde zu sehen. In seinem letzten Buch stellt er sie sehr schönen unscharfen Aufnahmen von Straßen, Parks, etc. gegenüber.


Jürgen Baldiga (1959-1993)

Von den Arbeiten Diane Airbus‘ begeistert ging Baldiga, nachdem er von seiner HIV-Infektion erfahren hatte, mit der Kamera auf die Straße, um Menschen zu fotografieren. Er interessierte sich dabei vor allem für die Außenseiter, die Freaks. Er fotografierte seine Lover und die Tunten, vor deren hohem politischen Engagement gerade in der AIDS-Arbeit er große Achtung hatte.


Stephen Barker

Mit einer kleinen Kamera und ohne zusätzliche Beleuchtung fotografierte Stephen Barker in New Yorker Sexclubs. In den dunklen Räumen mit dem wenigen Licht scheinen die Figuren zu schwimmen: in finsterer Isolation und sexueller Abhängigkeit. Die Arbeiten waren u.a. 1994 in der Potsdamer Ausstellung "Aidswelten / Lebenswelten" zu sehen.




Mary Barridge

fotografiert Frauen, Kinder, Familien in denen Aids auftrat: http://www.aidsinfonyc.org/berridge/photos.html


Thomas Bayrle

War 1988 der Berliner Ausstellung "Vollbild AIDS" mit "13 Variationen eines Pinselstrichs" vertreten. Katalog: "Vollbild AIDS". Katalog zur gleichnamigen Ausstellung 1988 in Berlin, Neue Gesellschaft für bildende Kunst (NGBK) 1988, S. 64


Rolf von Bergmann (1953-1988)

Nach dem Studium der Sozialpädagogik kommt er 1977 in den Umkreis der so genannten Neuen Wilden Maler in Berlin, mit denen er am Moritzplatz eine Selbsthilfegalerie gründet. Rolf von Bergmann fotografiert: zuerst Selbstporträts, die er teilweise auch übermalt, später Künstlerporträts aus seinem Umfeld.


Miriam Cahn

Geb. 1949, lebt und arbeitet in Basel, beschäftigt sich vorwiegend mit gesellschaftlichen und Frauenthemen.


Juan Davila

Wurde 1946 in Chile geboren und lebt seit 1974 in Australien. Für seine Arbeiten benutzt er unterschiedliche Medien. Mit seinen Zitaten aus Pornographie, Kunst(welt) und Geschichte, die er in seinen Bildern collagiert, schuf er provozierende, Kontroversen auslösende Bilder.


Lynn Davis

Fotografin, geboren 1944.


Frank Dornseif

1948 in Radevormwald geboren, lebt in Berlin. Schafft im wesentlichen Eisenskulpturen, in denen u.a. Beziehungen, Sex, Körperlichkeit thematisiert sind.


Derril Ellis

nahm 1989 an der von Nan Goldin kuratierten Ausstellung gegen AIDS teil. Für diese Show malte Ellis u.a. Auffassungen von Hujars Porträts. Die Website wird von einem Verwandten des Künstlers betreut und enthält neben Bildern einige kurze Bemerkungen zum Leben von Ellis.


Tom Fecht

Tom Fechts Denkraumprojekt: Straßenpflastersteine, in die die Namen von AIDS-Toten gehauen sind, werden an immer wieder wechselnden Orten gegen den vorhandenen Bodenbelag ausgetauscht. Das Vorhandensein einiger Steine mit den Namen prominenter AIDS-Toter gibt eine Entschlüsselungshilfe. Meist sind die Steine so plaziert, daß man sie betreten muß, wenn man seinen Weg fortsetzen will. Fecht zwingt zur (körperlichen) Auseinandersetzung mit dem Verlust.


Andreas Fux

Andreas Fux fotografiert seine Freunde, homosexuelle Männer, aber jenseits der gewohnten Klischees. Sensible Porträts. Das war vor der Wende. Ein paar Jahre später, in einem Tätowierstudio, trifft Andreas Fux die Menschen, die er in seiner weißen Serie fotografieren wird - Menschen, die ihr Äußeres stark verändern, sich piercen und tätowieren, in extremen Erfahrungen sich selbst suchen. Und wieder entstehen sensible Porträts. Manchen werden Freunde. Manche wird Andreas Fux über Jahre begleiten.




William Gedney

Als der 56-jährige 1989 starb, hat er ein umfassendes Werk hinterlassen, das postum in Ausschnitten als Buch (What Was True: The Photographs and Notebooks of William Gedney) veröffentlicht werden konnte. Er lebte ein spartanisches Leben, um möglichst viel Zeit für seine Kunst zu haben. Seine Bilder entstanden immer in einem nahen persönlichen Kontakt zu den Porträtierten. Über seine Sexualität und seine HIV-Infektion hat er auch mit guten Freunden nicht gesprochen.
Überblick: Von Digital Scriptorium Rare Book, Manusscript and Special Collection Library wurde William Gedney eine wunderbare Site im Internet eingerichtet auf der 4920 Fotografien, Tagebücher, Notizbücher und andere Buchprojekte zugänglich sind:
http://scriptorium.lib.duke.edu/gedney



Nan Goldin

Nan Goldin hat immer wieder Freunde, die an AIDS erkrankt waren, mit der Kamera begleitet. (z.B. Cookie Müller, Alf Bold, Gilles Dussein). Bekannt wurde sie mit ihrer beständig wachsenden Diashow, der Ballade von der sexuellen Abhängigkeit.


Felix Gonzales-Torres (1957-1996)

Felix Gonzalez-Torres wurde 1957 in Kuba geboren. Seit 1985 ist er Mitglied von Group Material. Seit 1987 entstehen die Stacks (Stapel von bedruckten oder leeren Blättern, die dem Betrachter zu Verfügung gestellt werden). Parallel dazu entstehen die Candies (Bonbonakkumulationen, konisch bzw. horizontal ausgebreitet) sowie diverse Billboardprojekte. Felix Gonzalez-Torres starb 1996.


Sunil Gupta

zeigte in der Gruppenausstellung Kronjuwelen Diptychen in denen er eine Verbindung zwischen seiner HIV-Behandlung und Orten kommerziell organisierter homosexueller Lust herstellte. Leider sind diese Arbeiten bisher nicht im Internet zu sehen.



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8.1.1.2 Künstler H-M


©1999, 2003 AIDSfinder / zuletzt aktualisiert am: 31.10.2000