3.4 Das Hilfesystem

3.4.1 Angehörige / Freunde

Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): Partnerschaft, Familie, Freundeskreis - Herausforderungen durch HIV und AIDS. AIDS-Forum DAH Band XII. Berlin 1996, 173 Seiten

Erste umfassende Publikation zum Thema mit Beiträgen aus unterschiedlichen Blickwinkeln: von HIV-Positiven und Angehörigen, die aus eigener Perspektive berichten, bis zu Mitarbeiter/innen aus AIDS-Hilfen, die über ihre Arbeit und Angebote berichten.


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): HIV in der Partnerschaft. Dokumentation der 2. Fachtagung Angehörigenarbeit. Berlin 1997

Dokumentation einer Fachtagung zu Stellenwert und Zielrichtung der Arbeit mit Partnern und Partnerinnen von Menschen mit HIV und AIDS als Teil der Angehörigenarbeit.


Ermann, Michael; Waldvogel, Bruno (Hrsg.): HIV-Betroffene und ihr Umfeld. Berlin, Heidelberg, New York: Springer 1992

Guter und persönlicher Sammelband namhafter Experten zum Thema Angehörige von HIV-Positiven: von der Bewältigung der Arbeitsbelastung bei HIV-Ärzten bis zu nichtkirchlichen Trauungen. Die Sprache ist allerdings etwas altertümlich, das Herangehen und Verstehen nicht betroffenen- oder szenenah.


Laszig, Parfen: Soziale Unterstützung und Bewältigung bei HIV/AIDS-Patienten. Eine Meta-Analyse. Norderstedt: Books on Demand 2001

Das soziale Netz und die damit verbundenen Ressourcen sozialer Unterstützung sind aus verschiedenen Gründen für die Bewältigung der HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung von Bedeutung. Zum einen erfordert die HIV-Infektion von den Betroffenen und ihrem Umfeld bestimmte Adaptionsleistungen, zum anderen beeinflusst die Infektion bzw. die Erkrankung die soziale Einbettung.
Die Relevanz des Konstrukts "Soziale Unterstützung" für die AIDS-Forschung ist unbestreitbar. Weitgehend ungeklärt sind jedoch die Art der Zusammenhänge und deren Vermittlungsmechanismen. Die Fragestellungen der vorliegenden Arbeit, die als Dissertation an der Universität Heidelberg im Rahmen eines vom BMFT/BMBF geförderten Projektes entstand, beziehen sich auf diese spezifischen Zusammenhänge von HIV/AIDS, sozialer Unterstützung und Krankheitsbewältigung. Die konzeptionellen Fragen konzentrieren sich auf die inhaltliche Differenzierung der Konstrukte "Soziale Unterstützung" und "Belastungsbewältigung". Die empirischen Fragen zielen darauf, metaanalytisch bestätigte Korrelate sozialer Unterstützung und Belastungsbewältigung zu identifizieren.


Lemmen, Karl; Merkenich, Kai-Uwe; Meurer, Ulli: Konzept zur Angehörigenarbeit der Deutschen AIDS-Hilfe. Berlin 1998, 30 Seiten

Ausgehend von einem systemischen Ansatz in der Angehörigenarbeit und basierend auf den Ergebnissen verschiedener Fachtagungen zum Thema und den Erfahrungen von 10 Jahren praktischer Arbeit im Feld bieten die Autoren ein Konzept für die Arbeit mit Angehörigen von Menschen mit HIV und AIDS, das auch auf die Angehörigenarbeit in anderen Bereichen übertragbar ist.


Odets, Walt: In the Shadow of the Epidemic - Being HIV-Negative in the Age of AIDS. Durham: Duke University Press 1995, 312 Seiten

Für HIV-negative schwule Männer ist gerade in den USA das Überleben oft mit Gefühlen von Schuld, Trauer, Angst und Isolation verbunden. Aufbauend auf seiner Erfahrung als klinischer Psychologe betrachtet Odets die psychologischen Einflüsse, die AIDS auf das Leben von Schwulen hat, welche die AIDS-Krise überleben und täglich mit Krankheit und Tod konfrontiert sind.


Schöbl, Ruedi; Galeazzi, Renato; Osterwalder, Ruedi: HIV-Positive MIT-Menschen - Verarbeitung der HIV-Infektion und der AIDS-Krankheit durch Kleinsysteme. Bern: Stämpfli 1995, 252 Seiten

Das Buch dokumentiert Interviews mit 20 HIV-Positiven und ihren Angehörigen - ausgehend von dem Wissen, daß das Wohlbefinden von Menschen mit HIV und AIDS und der Verlauf der Erkrankung wesentlich auch von den Beziehungen zwischen den Betroffenen und ihrer Umwelt abhängt. Mit Hilfe der Beobachtungen an den Interviewten wurden Interaktion mit der Umwelt, Krankheitsverständnis und Bewältigungsmuster analysiert und beschrieben.


Spurrier, Libby: Wenn du fällst, fange ich dich auf - AIDS und Familie. Düsseldorf: Econ 1995, 327 Seiten

In diesem Buch erzählen Eltern, Geschwister, Partner und Freunde, die oft als letzte von der HIV-Infektion erfahren, über ihren eigenen Umgang mit der Nähe des Todes und dem Nachdenken über das, was Leben ausmacht.


Walker, Gillian: Systemische Therapie bei AIDS - "In the Midst of Winter..." Dortmund: Modernes Lernen 1994, 423 Seiten

Das Buch befaßt sich mit familientherapeutischen Ansätzen bei von HIV betroffenen sozialen Systemen (nicht nur der Primärfamilie). Die Autorin, Familientherapeutin und Mitbegründerin des Ackerman Institute AIDS and Families Project in New York, beschreibt die Facetten von AIDS und hinterfragt traditionelle Auffassungen und Krankheit und Heilung, wobei sie auf praktische Erfahrungen in ihrer Arbeit rekurriert. Sie nutzt dabei Fallberichte mit Familien von Schwulen, Drogengebrauchern, Hämophilen und AIDS-kranken Kindern.

 

3.4.2 Ehrenamtliche Helfer / Community / Selbsthilfe

Altman, Dennis: Power and Community. London: Taylor & Francis 1994, 179 Seiten

Das Buch gibt einen Überblick über die Rolle von Communities, indem es weltweit Wurzeln und Aktivitäten von Community-Organisationen untersucht. Praktische Dilemmata der Community-Organisationen werden dabei beleuchtet, so die Spannungen, die innerhalb der Organisationen entstehen, das Spannungsfeld von Aktivismus/Selbsthilfe und Angebotsstruktur, zwischen Altruismus und Selbsthilfe, zwischen ehrenamtlicher Beteiligung und Leitungskontrolle sowie zwischen Personalfluktuation und zunehmender Bürokratie. Ein aufschlußreicher Beitrag zum Selbstverständnis und zur Realität von Organisationen wie den deutschen AIDS-Projekten.


Aue, Michael; Bader, Birgit; Lühmann, Jörg: Krankheits- und Sterbebegleitung. Berlin: Deutsche AIDS-Hilfe 1995, 333 Seiten

Eines der wichtigsten Handbücher für die Ausbildung von Beratern und Betreuern in AIDS-Hilfen. Knapp und verständlich werden Theoretisches und Methodisches dargestellt und miteinander in Beziehung gesetzt. Inhalte und Aufbau der Ausbildung werden dargestellt, Lernziele und Standards der Arbeit festgelegt. Das Werk dient auch als Nachschlagewerk, das Ideen liefert und praktische Beispiele gibt.


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): Berater- und Betreuerausbildung. Ein Handbuch mit Übungen. Von Michael Aue, Birgit Bader, Jörg Lühmann. Berlin: DAH, 333 Seiten. Vergriffen

Das Handbuch, das bisher leider nicht nachgedruckt wurde, gibt zuerst kurze Einführungen in die methodischen Grundlagen der nachfolgenden Übungen und dann ein Fülle von Übungen und Spielen, mit denen sich Einsteiger der AIDS-Hilfe-Arbeit nähern können. Für jede Übung wird Ziel, Dauer, Teilnehmer genannt, anschliessend Hinweise zur Auswertung gegeben. Sehr hilfreiches Buch für Trainer und Gruppenleiter.


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): Abschied vom Ehrenamt. Dokumentation einer Fachtagung. Berlin 1996, 54 Seiten

Dokumentation der Ergebnisse der Fachtagung zu Stellenwert und Zielrichtung ehrenamtlicher Arbeit in AIDS-Hilfen.


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): Krankheits- und Sterbebegleitung - Ausbildung, Krisenintervention, Training. Weinheim: Beltz - Edition Sozial 1995, 333 Seiten

Das Handbuch ist zentraler Bestandteil eines Curriculums zur Berater- und Betreuerausbildung der Deutschen AIDS-Hilfe. Es beschreibt Aufbau und Inhalte der Ausbildung, benennt die Lernziele und legt die Standards fest. Außerdem ist es Nachschlagwerk und Trainingsbuch mit vielen Übungen zur Gesprächsführung und Betreuungsarbeit.


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): Mythos Selbsthilfe. AIDS-Hilfe im Spannungsfeld von Selbsthilfeanspruch und Professionalisierungsdruck. Dokumentation einer Fachtagung. Berlin 1997

Zusammenfassung der Ergebnisse der ersten DAH-Fachtagung zum Thema Selbsthilfe.


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): Zwischen Selbstbezug und solidarischem Handeln - ehrenamtliche Begleitung von Menschen mit AIDS. Berlin 1997

In diesem Sammelband reflektieren Autoren aus dem AIDS-Hilfe-Kontext aus unterschiedlichen Blickwinkeln die ehrenamtliche Betreuung von Menschen mit HIV und AIDS. Hauptamtliche Koordinatoren und Supervisoren kommen ebenso zu Wort wie ehrenamtliche Begleiter. Gelungener Überblick und Analyse des Arbeitsbereiches.


Gaskin, Katherine; Smith, Justin-D.; Paulwitz; Irmtraut: Ein neues bürgerschaftliches Europa: eine Untersuchung zur Verbreitung und Rolle von Volunteering in zehn Ländern. Freiburg im Breisgau: Lambertus 1996, 279 Seiten

Diese umfangreiche Studie, herausgegeben von der Robert-Bosch-Stiftung, untersuchte die Bedingungen ehrenamtlicher Arbeit in europäischen Ländern. Das Buch ist eine Grundlage für die Orientierung im Bereich Ehrenamtlichen-Koordination.


Hagen, Judith: Das Problem Sexanrufer in der ehrenamtlichen Telefonberatung der AIDS-Hilfe. Berlin 1998

Die Autorin versucht nicht nur eine Erklärung des Phänomens Sex-Anrufer, sie geht sehr intensiv und einfühlsam auf die Situation der Beraterin ein und bietet Interventionsmöglichkeiten an. Hintergrund der Arbeit ist eine Erhebung bei Ehrenamtlerinnen der ehrenamtlichen Telefonberatung in den AIDS-Hilfen.


Kramer, David; Wagner, Stephan; Billeb, Konstanze: Soziale Bürgerinitiativen in den neuen Bundesländern. Untersuchung zu einem Förderprogramm 1993-1997.Stuttgart: Robert Bosch-Stiftung 1998 (Materialien und Berichte Nr. 49), 333 Seiten

Der Band dokumentiert die Ergebnisse einer Befragung von mehr als 7.000 Freiwilligen in den neuen Bundesländern. Er gibt damit einen tiefen Einblick in Motivation und Einstellungen von Ehrenamtlichen, auch in Westdeutschland.


McCurley, S.; Lynch, R. (Hrsg.): Essential Volunteer Management. London: Directory of Social Change 1994

Eine gute und praktische Darstellung der Ehrenamtlichen-Koordination, die eingebettet sein soll in ein Management der freiwilligen Mitarbeit. Leider noch nicht auf deutsch erschienen.


Moeller, Lucas K.: Selbsthilfegruppen. Selbstbehandlung und Selbsterkenntnis in eigenverantwortlichen Kleingrupppen. Reinbeck: Rowohlt 1978

Der Mediziner, Philosoph und Psychoanalytiker stellt in diesem Grundlagenbuch die Theorie der Selbsthilfegruppe und ihrer helfenden Funktion vor und analysiert die therapeutische Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen. Leider etwas mühsam zu lesen, aber lohnenswert. Aber: Ein Kind der 70er Jahre - wer dazu keinen Draht hat, sollte vielleicht das Selbsthilfehandbuch der DAH als moderneres Buch zum Thema lesen.


Rynski, Wolfgang (Hrsg.): Telefonberatung in AIDS-Hilfen. AIDS-Forum DAH Band XXIV. Berlin 1996, 95 Seiten

Die Beiträge dieses Bandes setzen sich (selbst-)kritisch mit der Frage auseinander, ob die Qualität der Telefonberatung der deutschen AIDS-Hilfen tatsächlich der eines professionellen Arbeitsverständnissen entspricht. Der Autor liefert eine kritische Analyse der Qualität der Telefonberatung in den deutschen AIDS-Hilfen unter dem Aspekt der Professionalität.


Wright, Michael T.: Die Herausforderung sich zu bekennen. Ehrenamtliche Mitarbeiter in US-amerikanischen AIDS-Hilfe Organisationen. AIDS-Forum DAH Band XVII; Berlin 1994, 96 Seiten

Im ersten Teil gibt der Autor einen historischen Abriß des Volunteering in den USA. Es folgen Motivationsanalysen und Maßnahmen zur Ehrenamtlerbetreuung. Zum Schluß wird untersucht, inwieweit diese Maßnahmen auf deutsche Verhältnisse übertragbar sind. Das Buch sei dringend jedem empfohlen, der sich mit ehrenamtlicher Arbeit beschäftigt.

 

3.4.3 Professionelle Helfer

Beerlage, Irmtraud; Kleiber, Dieter: Stress und Burnout in der AIDS-Arbeit. Berlin: SPI 1990, 149 Seiten

Die Belastbarkeit von professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern im AIDS-Bereich wird angesichts der täglichen Auseinandersetzung mit frühem Tod und Sterben, mit Sexualität und gesellschaftlichen Stigmatisierungserfahrungen stärker auf die Probe gestellt als in anderen psychosozialen Bereichen. Beerlage und Kleiber geben eine kluge Analyse und Schritte zur Vermeidung und Intervention bei Burnout.


Burisch, M.: Das Burn-out-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung. Berlin, Heidelberg, New York: Springer 1989


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.): AIDS-Hilfe – Unternehmen Zukunft? Dokumentation der Fachtagung. Berlin: DAH 1999, 78 Seiten

Zusammenstellung der Referate von Wissenschaftler und Praktikern und der Workshop-Ergebnisse einer Fachtagung über notwendige Veränderungen in der AIDS-Hilfe-Arbeit.


Deutsche AIDS-Hilfe (Hrsg.). Wohnprojekte für Menschen mit HIV und AIDS - Konzepte und Erfahrungen aus 13 Jahren AIDS-Hilfe Arbeit. AIDS-Forum D.A.H. Band XXIX. Berlin 1997, 200 Seiten

Unterschiedliche Modelle des Wohnens für Menschen mit HIV und AIDS werden vorgestellt - von betreutem Wohnen in Wohngemeinschaften bis Einzelwohnen; gescheiterte Projekte werden zu Lernzwecken ebenso analysiert wie gut funktionierende Einrichtungen. Die Lektüre ist ein Muß für Menschen, die in diesem Bereich arbeiten oder neue Projekte planen.


Limbrunner, Alfons: Soziale Arbeit als Beruf. Berufsanfang, Wiedereinstieg und Berufsfeldwechsel. Weinheim: Beltz - Edition Sozial 1998, 160 Seiten

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die vielfältigen organisatorischen, rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen sozialer Arbeit. Checklisten zum beruflichen Handeln und eine Fülle von Hinweisen, Informationen und wichtigen Adressen machen das berufliche Netzwerk für Sozialarbeiter übersichtlich. Dadurch wird das Profil dieses Berufs zwischen sozialer Technik und sozialer Kunst deutlich.


Müller, Wolfgang C.: Wie Helfen zum Beruf wurde. Eine Methodengeschichte der Sozialarbeit. Bd. 1: 1883-1945. Weinheim: Beltz 1999, 240 Seiten

Aus Armenpflege und Mildtätigkeit entwickelten sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die klassischen Methoden der Sozialarbeit. Das Buch beschreibt die Entstehung neuer Ziele und Methoden und die Demontage der Sozialarbeit am Ende der Weimarer Republik.


Pines, Ayala; Aronson, Eliott.; Kafry, Ditsa: Ausgebrannt. Vom Überdruß zur Selbstentfaltung. Stuttgart: Klett-Cotta 1987

Der englische Klassiker zum Burn-out-Syndrom.


Taube, Winfried: So ein Stück Narrenfreiheit. Der Berufsalltag von Aidsfachkräften in Selbstdeutungen. 4 Fallanalysen. Europäische Hochschulschriften Reihe 22, Band 242. Frankfurt am Main: Peter Lang 1993, 199 Seiten

Der Autor beleuchtet den Arbeitsalltag von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen, die im AIDS-Bereich arbeiten: ihr Selbstbild, ihre Einstellung zum Beruf.


©1999, 2004 AIDSfinder / zuletzt aktualisiert am: 13.10.2004