2 HIV/AIDS Taschenlexikon

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W

Wachstumsfaktoren: Bez. für körpereigene Eiweisse (Proteine), die eine Entwicklung und Differenzierung von Zellen stimulieren; zahlreiche gewebespezifische Wachstumsfaktoren wurden identifiziert; therapeutische Anwendung u.a. von rekombinantem humanem Erythropoetin, G-CSFoder GM-CSF; vgl. Zytokine.

Wachstumshormon: s. Somatotropin.

Warzen: gutartige Hautwucherungen, hervorgerufen durch humane Papillomaviren (v.a. HPV 1, 2, 4, 27, 29); bei HIV-Infektion und Immunschwäche besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten ausgedehnter Läsionen, Therapie dann z.B. durch chirurgische Abtragung, evtl. lokale Anwendung von Salicylsäure, Warzenmitteln oder Retinoiden.

Warzenviren: umgangssprachliche Bez. für humane Papillomaviren; vgl. Papillomavirus-Infektionen.

Wasting-Syndrom: sog. HIV-Kachexiesyndrom mit starkem Gewichtsverlust (mehr als 10% des Körpergewichts) und chronischen Durchfällen oder länger als 30 Tage anhaltender allgemeiner Schwäche und begleitendem kontinuierlichem Fieber; charakteristisch ist eine Abnahme der Körperzellmasse. Es wird eine multifaktorielle Genese mit reduzierter Nahrungsaufnahme (z.B. infolge von Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, Übelkeit), gastrointestinalen Störungen (z.B. entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut) und Stoffwechselstörungen (z.B. Protein- und Fettstoffwechselstörungen) angenommen; mit der Einführung antiretroviraler Kombinationstherapien ist die Häufigkeit stark zurückgegangen. Diagnostisch müssen spezifische Ursachen (z.B. opportunistische Infektionen, Tumorerkrankungen) ausgeschlossen werden. Therapeutisch steht eine antiretrovirale Therapie im Vordergrund; neben einer psychologischen Betreuung und Ernährungsberatung werden appetitanregende Mittel und Ernährungstherapien (Zusatznahrung, ggf. Sondenernährung oder Infusionstherapie) angewendet; eine effektive Zunahme der Körperzellmasse kann durch anabole Steroide oder rekombinantes Wachstumshormon (Somatropin) erreicht werden.

weicher Schanker: umgangssprachliche Bez. für Ulcus molle.

Welt-AIDS-Tag: alljährlich am 1. Dezember weltweit begangener Gedenk- und Aktionstag gegen AIDS, der auf die Initiative einer internationalen Konferenz von Gesundheitsministern aus dem Jahre 1988 zurückgeht.

Weltgesundheitsorganisation: WHO; 1948 mit dem Ziel, allen Völkern zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen, gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UNO) mit Sitz in Genf; Aufgaben sind u.a. die weltweite Koordination von nationalen und internationalen Aktivitäten bei der Eindämmung übertragbarer Krankheiten wie AIDS, Malaria, Grippe oder SARS, die Realisierung von Impfprogrammen und die Erstellung einer Liste unverzichtbarer Arzneimittel (http://www.who.int).

Western Blot: (engl.) Bez. für ein labormedizinisches Verfahren zur Identifizierung bestimmter Antigene oder Antikörper, das auf der Auftrennung von Proteinen und einer anschließenden Antikörper-Reaktion beruht. Verwendung u.a. als Bestätigungstest im Rahmen der HIV-Diagnostik und zur Diagnose verschiedener Infektionen, z.B. Yersiniose.

WHO: Abk. für (engl.) World Health Organisation, Weltgesundheitsorganisation.

WHO-Falldefinition: frühere Bez. Abidjan-Klassifikation; von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene AIDS-Falldefinition zur epidemiologischen Überwachung, die bei Jugendlichen >12 Jahre und Erwachsenen die Diagnose AIDS ermöglicht bei positivem HIV-Antikörpernachweis und dem Vorliegen mindestens eines der folgenden klinischen Symptome: Gewichtsverlust von mehr als 10%, Durchfall oder Fieber >1 Monat, Kryptokokken-Meningitis, Tuberkulose, Kaposi-Sarkom, starke Beeinträchtigung von Alltagsaktivitäten durch neurologische Störungen, rezidivierende oder lebensbedrohliche Pneumonien, Candida-Mykose der Speiseröhre (Ösophagus), invasives Zervixkarzinom.

Wildtyp: Bez. für Viren, die keine durch Selektionsdruck (z.B. infolge antiviraler Therapie oder immunologischer Reaktionen) entstandenen genetischen Veränderungen aufweisen.

Windpocken: umgangssprachliche Bez. für Varizellen.


© Stephan Dressler, Berlin. Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Kein Teil des Werks darf ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Autors in irgendeiner Weise verwendet werden. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie Angebote auf Internetseiten oder Onlinediensten. Zuletzt aktualisiert am: 17.03.2008