2 HIV/AIDS Taschenlexikon
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U
UAW: Abk. für unerwünschte Arzneimittelwirkungen.
ubiquitär: überall verbreitet, allgemein vorkommend.
Übelkeit: Fachbez. Nausea; Befindlichkeitsstörung, die häufig mit Brechreiz (bis zum Erbrechen) verbunden ist; ursächlich sind u.a. gastrointestinale Erkrankungen, Schmerzen, Stoffwechselstörungen, Arzneimittel, aber evtl. auch psychische Faktoren. Neben einer ursächlichen Therapie werden kohlenhydratreiche Ernährung, Pfefferminztees und ggf. eine medikamentöse Therapie mit brechreizlindernden Arzneimitteln (Antiemetika) empfohlen.
Überempfindlichkeitsreaktion: s. allergische Reaktion.
Übertragungswege: Infektionswege; nach Übertragbarkeit von Krankheitserregern werden unterschieden: direkte Übertragung von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektionen, Tröpfcheninfektionen, Blutkontakte, Sexualkontakte, Übertragung während der Schwangerschaft oder Geburt von der Mutter auf das Kind oder Übertragungen durch Muttermilch; indirekte Übertragung von bestimmten Medien oder Vektoren auf Menschen durch Tiere, Gegenstände, Getränke, Nahrungsmittel oder Staub; vgl. horizontale Übertragung, vertikale Übertragung, Mutter-Kind-Übertragung.
Ulcus durum: der bei Syphilis als Primäraffekt auftretende harte Schanker.
Ulcus molle: sog. weicher Schanker; sexuell übertragbare Infektion durch das Bakterium Haemophilus ducreyi; Vorkommen mit regionaler Häufung in Afrika, Südostasien, Lateinamerika; Männer infizieren sich häufiger als Frauen. Übertragung durch Geschlechtsverkehr oder Eindringen durch verletzte Haut und Schleimhaut; 1-3 Tage nach Infektion bilden sich schmerzhafte, eitrige Knötchen oder Geschwüre an der Eintrittsstelle (v.a. große und kleine Schamlippen, Eichel, Vorhaut); mehrere Wochen nach Infektion schmerzhafte Schwellung und Abszeßbildung in den Leistenlymphknoten, der die gerötete Haut durchbrechen kann (sog. schankröser Bubo). Therapie mit Antibiotika, z.B. Azithromycin, Ceftriaxon, Erythromycin.
Ulkus: auch Ulcus; Geschwür an Haut oder Schleimhäuten als Folge eines lokalen Gewebedefekts.
Ulzeration: Entwicklung eines Geschwürs (Ulkus) bei nicht abheilenden Haut- oder Schleimhautläsionen.
ulzerierend: zur Entwicklung eines Geschwürs führend, eine Ulzeration auslösend.
Umlauf: umgangssprachliche Bez. für Paronychie.
UNAIDS: Kurzbez. für The Joint United Nations Programme on HIV/AIDS mit Sitz in Genf; gemeinsames Programm mehrerer Organisationen der Vereinten Nationen (UNO) und der Weltbank; Aufgaben sind u.a. die Prävention von HIV und AIDS, epidemiologische Erfassung und Kooperation mit nationalen AIDS-Programmen (http://www.unaids.org).
uncoating: (engl.) Enthüllung; Fachbez. für die Freisetzung der viralen Kernproteine von HIV nach Fusion mit der Wirtszelle; vgl. Replikationszyklus von HIV.
unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Abk. UAW, sog. Nebenwirkungen; unbeabsichtigte oder schädliche Wirkungen eines Arzneimittels, die bei Dosierungen auftreten, in denen das Arzneimittel üblicherweise verwendet wird und bei denen ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten und der Einnahme möglich ist; Unterscheidung von Typ A als dosisabhängige UAW und Typ B als allergische oder genetisch bedingte (idiosynkratische) Reaktionen, die dosisunabhängig und unerwartet auftreten; vgl. Arzneimittelallergie. Einteilung in vier Schweregrade: leicht (keine Behandlung erforderlich), mittel (Veränderung der Behandlung erforderlich, z.B. Dosisänderung), schwer (potentiell lebensbedrohlich, erfordert Absetzen der Medikation und spezifische Behandlung der UAW) und tödlich (eine UAW führt direkt oder indirekt zum Tod). Von den UAW abzugrenzen sind schwere, unerwünschte Ereignisse, die in zeitlichem, nicht aber ursächlichem Zusammenhang mit einer Arzneimitteleinnahme stehen, s. SAE.
Unguis incarnatus: Fachbez. für eingewachsenen Nagel.
Unsafe Sex: wörtlich (engl.) unsicheres Sexualverhalten; Bez. für sexuelle Praktiken, bei denen eine Übertragung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen leicht möglich ist; i.w.S. auch Bez. für in den letzten Jahren zu beobachtende (v.a. auf kleinere Gruppen homosexueller Männer beschränkte) Verhaltenstendenzen mit bewußtem Verzicht auf Safer Sex (sog. Barebacking).
Untererfassung: epidemiologische Fachbez. für eine unvollständige Erfassung von Erkrankungen; vgl. Dunkelziffer.
Untergewicht: ein deutlich (mehr als 20%) unter dem Sollgewicht liegendes Körpergewicht.
Urethritis: Entzündung der Harnröhre (Urethra); unterschieden werden u.a.: 1. spezifische Urethritis bei Gonorrhoe; 2. nicht-gonorrhoische Urethritis (NGU) durch andere Krankheitserreger, v.a. Chlamydien, Trichomonaden, Pilze, Mykoplasmen; 3. virale Urethritis durch Virusinfektionen. Symptome sind ein Brennen beim Wasserlassen und Harnröhrenausfluß; Therapie ggf. mit Antibiotika. Vgl. sexuell übertragbare Infektionen.
Uridin: ein Pyrimidinnukleosid, das u.a. Bestandteil der RNA sowie an der Biosynthese von Polysacchariden beteiligt ist. Eine therapeutische Verwendung zur Reduzierung der mitochondrialen Toxizität von Nukleosidanaloga wird in Studien untersucht.
Urtikaria: sog. Quaddel- oder Nesselsucht; Auftreten flüchtiger, stark juckender Quaddeln an Haut und Schleimhäuten durch Freisetzung körpereigener Substanzen (Histamin, IgE); Vorkommen z.B. bei allergischen Arzneimittelreaktionen; vgl. Arzneimittelexantheme.
Uveitis: Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea); unterschieden werden: vordere Uveitis oder Uveitis anterior z.B. als Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis) mit Rötung des betroffenen Auges, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit; hintere Uveitis oder Uveitis posterior z.B. als Aderhautentzündung (Choroiditis) mit Sehverschlechterung des betroffenen Auges; Vorkommen u.a. bei Infektionen (z.B. Herpesvirus-Infektionen, Syphilis, Toxoplasmose, Tuberkulose), Autoimmunerkrankungen oder als unerwünschte Arzneimittelwirkung.