2 HIV/AIDS Taschenlexikon
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R
r: Abk. für 1. rekombinant; 2. Ritonavir in Booster-Dosierung.
Racivir: experimentelles antiretrovirales Medikament (Nukleosidanalogon), das in klinischen Studien zur Kombinationstherapie der HIV-Infektion untersucht wird. UAW: u.a. Kopfschmerz, Müdigkeit.
Radikale: ungepaarte Elektronen, die als Produkt einer biochemischen Reaktion entstehen können. Ungebundene oder sog. freie Radikale können zu Zellschädigungen führen; vgl. oxidativer Streß.
Radikulopathie: Fachbez. für Nervenwurzelerkrankung.
Raltegravir: auch MK-0518, Abk. RGV, Handelsname Isentress; antiretroviral wirksames Arzneimittel (Integraseinhibitor) zur Kombinationstherapie einer HIV-Infektion. UAW: u.a. gastrointestinale Störungen, Kopfschmerz.
randomisierte kontrollierte Studie: Bez. für klinische Studien, bei denen Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip der Therapie- oder Kontrollgruppe zugeordnet werden mit dem Ziel, systematische Verzerrungen (Bias) der Studienergebnisse zu vermeiden.
Rantes: Abk. für (engl.) regulated-upon activation, normal T-expressed and secreted; ein #Chemokin (CCL5), das u.a. an Entzündungsreaktionen beteiligt ist, von CD8-Zellen produziert wird und an CCR5 bindet.
rash: (engl.) Hautausschlag, Exanthem; vgl. Arzneimittelexantheme.
Ravuconazol: experimentelles Medikament, das in Studien bei verschiedenen Pilzerkrankungen Wirksamkeit gezeigt hat (Antimykotikum), z.B. bei invasiver Aspergillose.
Recall-Antigene: sog. Gedächtnisantigene; aus Bakterien und Pilzen gewonnene Antigene, mit denen i.d.R. bereits früher Kontakt bestand (z.B. durch eine Impfung oder Krankheit) und gegen die spezifische Abwehrzellen des Immunsystems (Gedächtniszellen) vorhanden sind, die bei erneutem Auftreten dieses Antigens zu einer schnellen Immunantwort führen. Diagnostische Verwendung z.B. im Hauttest zur Beurteilung der Immunantwort.
Regulatorgen: Gen, das die Biosynthese von Proteinen aktiviert bzw. deaktiviert.
Reihenuntersuchung: umgangssprachliche Bez. für Screening.
Reinfektion: erneute Infektion mit demselben Krankheitserreger nach Ausheilung einer vorherigen Infektion; nicht selten als sog. Pingpong-Infektion bei sexuell übertragbaren Infektionen, bei denen keine Partnermitbehandlung durchgeführt wird.
rekombinant: Abk. r; bezeichnet gentechnologisch durch eine Umlagerung von Erbgut, Spaltung und Neuverknüpfung von Nukleinsäuren (Rekombination) hergestellte Substanzen oder Proteine.
Rekombinasen: Enzyme, die an der Spaltung und Neuverknüpfung (Rekombination) der Nukleinsäuren DNA oder RNA beteiligt sind; in Studien zur Therapie der HIV-Infektion wird die sog. Tre-Rekombinase untersucht, die provirale DNA (HIV-Provirus) aus dem Genom infizierter Körperzellen entfernen kann.
Rektum: Fachbez. für Mastdarm, Enddarm.
Remune: s. HIV-Immunogen.
renal: die Nieren (lat. ren) betreffend, zur Niere gehörend.
Replikationszyklus von HIV: die Vermehrung von HIV, beginnend mit der Bindung an eine Zelle, die CD4-Rezeptoren trägt (v.a. T-Helferzellen, aber auch Monozyten, Makrophagen oder dendritische Zellen). Mit dem Oberflächenprotein gp120 bindet HIV an CD4-Rezeptoren, als Korezeptoren sind die Chemokinrezeptoren CCR5 oder CXCR4 beteiligt; es kommt anschließend zur Fusion (Verschmelzung) von Virushülle und Zellmembran. Beim Uncoating werden virale Kernproteine und HIV-RNA freigesetzt; bei der reversen Transkription wird die virale RNA durch das Enzym reverse Transkriptase in DNA umgeschrieben; dabei entstehende provirale DNA wird mit Hilfe des Enzyms Integrase in das Genom der Wirtszelle eingebaut. Eine Aktivierung der Wirtszelle (z.B. durch Antigenkontakte) führt zur Transkription (Umschreibung) der DNA, Entfernung überflüssiger RNA durch RNase H und Translation mit anschließender Vermehrung der viralen Erbsubstanz. Entstehende neue Virusbestandteile (Glykoproteine, Genprodukte, RNA) werden an die Zelloberfläche transportiert; von dem Enzym Protease werden große Vorläufer- oder Präkursorproteine gespalten (z.B. gp160 in gp120 und gp41), was Voraussetzung für die Ausknospung (budding) neuer Viruspartikel ist, die außerhalb der Zelle zu infektiösem HIV reifen (s. Abbildung). Die Vermehrung von HIV ist durch hohe Fehlerquoten und Mutationsraten charakterisiert, dadurch entstehen z.T. vermehrungsunfähige Viren und genetische Varianten (sog. Quasispecies). Eine Hemmung des Replikationszyklus von HIV ist durch antiretrovirale Substanzen oder Arzneimittel mit unterschiedlichen Ansatzpunkten möglich, z.B. CD4-Bindungsinhibitoren, Fusionsinhibitoren, Chemokinrezeptorenblocker, Integraseinhibitoren, Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI, Nukleosidanaloga, Nukleotidanaloga), Protease- oder Maturationsinhibitoren; vgl. antiretrovirale Kombinationstherapie.
Replikationszyklus von HIV
Replikationszyklus von HIV mit Ansatzpunkten antiretroviraler Substanzen: 1 Bindungsinhibitoren; 2 Fusionsinhibitoren; 3 Reverse-Transkriptase-Inhibitoren; 4 Integraseinhibitoren; 5 und 6 Proteaseinhibitoren; 7 Maturationsinhibitoren.
Resistenz: wörtlich Widerstandsfähigkeit; 1. zusammenfassende Bez. für (immunologische) Schutzmechanismen eines Organismus gegenüber bestimmten Krankheitserregern oder Giften, vgl. Immunität; 2. Widerstandsfähigkeit von Krankheitserregern gegenüber Umwelteinflüssen, Chemotherapeutika und Arzneimitteln, z.B. bei Bakterien gegen Antibiotika oder bei Viren gegen antivirale Arzneimittel; unterschieden werden eine genotypische Resistenz mit Nachweis von Mutationen, die typischerweise zu einer verringerten Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Chemotherapeutika und Arzneimitteln führen sowie eine phänotypische Resistenz mit einem in Zellkulturen nachgewiesenen Wirksamkeitsverlust; als tropotypische Resistenz wird ein Tropismus-Shift von R5-Viren unter Therapie mit CCR5-Blockern zu X4-Viren bezeichnet; vgl. Resistenztestung, Tropismus. Bei Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern ist die Übertragung resistenter Stämme oder Varianten grundsätzlich möglich; die Zahl der HIV-Neuinfektionen mit resistenten Viren ist regional unterschiedlich und liegt in Europa bei etwa 10%; bei einer Infektion mit primär resistentem HIV können die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt sein.
Resistenzmutationen: plötzlich auftretende Veränderungen im Erbgut von HIV, die typischerweise mit einer verringerten Empfindlichkeit gegen antiretrovirale Arzneimittel assoziiert sind.
Resistenztestung: labormedizinische Verfahren, mit denen die Empfindlichkeit von Krankheitserregern gegenüber Umwelteinflüssen, Chemotherapeutika und Arzneimitteln untersucht wird; sie erfolgt bei Bakterien durch Bestimmung der minimalen Hemmkonzentration von Antibiotika oder Chemotherapeutika, s. Antibiogramm. Bei der HIV-Resistenztestung können in einem genotypischen Resistenztest Mutationen im viralen Erbgut festgestellt werden, die typischerweise mit einer verringerten Empfindlichkeit gegen antiretrovirale Arzneimittel assoziiert sind; mit einem phänotypischen Resistenztest kann die Empfindlichkeit von HIV gegenüber einzelnen antiretroviralen Arzneimitteln (nicht aber Kombinationstherapien) bestimmt werden, dieses Verfahren ist jedoch zeitaufwendig und teuer; in der Praxis bewährt haben sich sog. virtuelle Phänotypisierungen, bei denen die Ergebnisse genotypischer Resistenztests mit in Datenbanken gespeicherten Ergebnissen abgeglichen werden, für die ein phänotypischer Resistenztest vorliegt; zur Beurteilung werden regelbasierte Interpretationssysteme (Algorithmen) herangezogen, die anhand der 50%igen Hemmkonzentration (IC50) Aussagen darüber erlauben, ob Arzneimittel noch wirksam sind (sog. klinische cut-offs oder Schwellenwerte). Bei einer Viruslast von weniger als 500-1000 Kopien/ml sind Resistenzen mit heutigen Verfahren häufig nicht nachweisbar; auch resistente Viren, die nur einen kleinen Anteil an der Gesamtviruslast ausmachen (sog. Minderheitenpopulationen), werden häufig nicht erfaßt.
Respirationstrakt: Fachbez. für die Atemwege mit Nasen-Rachen-Raum, Luftröhre (Trachea), Bronchien und Lunge.
Retina: Fachbez. für Augennetzhaut.
Retinitis: Fachbez. für Augennetzhautentzündung; Ursache sind meist Infektionen, insbesondere mit Viren (v.a. Herpesvirus-Infektionen, s. Zytomegalie), Protozoen (z.B. Toxoplasmose), seltener Bakterien.
Retinochorioiditis: s. Chororetinitis.
Retinoide: chemische Derivate der Vitamin-A-Säure; Verwendung z.B. in der Therapie von Akne, Molluscum contagiosum, ausgedehntem Warzenbefall oder Kaposi-Sarkom. UAW: u.a. Hautabschälung, Juckreiz, Haarausfall, Leberfunktionsstörungen, Fettstoffwechselstörungen.
Retinopathie: Fachbez. für Erkrankungen der Augennetzhaut (Retina); Vorkommen bei HIV-Infektion mit Aussackungen und Verlegungen kleiner Gefäße (Mikroaneurysmen, Mikroangiopathie), Netzhauteinblutungen und Cotton-wool-Herden wahrscheinlich als Folge einer Ablagerung von Immunkomplexen. Als diabetische Retinopathie wird eine Spätfolge des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bezeichnet, bei der Veränderungen kleiner Blutgefäße der Retina, Netzhautödeme, evtl. Cotton-wool-Herde und Gefäßverschlüsse auftreten.
retrospektive Studie: Bez. für Studien, in denen eine Fragestellung anhand einer rückblickenden Auswertung untersucht wird mit dem Zweck, Hypothesen zu entwickeln oder sie anhand retrospektiver Daten zu stärken.
Retrovir: Handelsname für Zidovudin.
Retroviren: auch Retroviridae; Familie von RNA-Viren mit Hülle, nachweisbarer reverser Transkriptase und zwei identischen Einzelstrang-RNA-Genomen, die bei der Virusvermehrung in DNA zurück (retro, rückwärts) geschrieben werden; jedes Genom enthält die Gene gag, pol und env und zwei LTR-Regionen, die in der Reihenfolge 5´LTR-gag-pol-env-LTR 3´ angeordnet sind; weitere zusätzliche (akzessorische) Gene unterscheiden sich von Virus zu Virus. Die Familie der Retroviren umfaßt die Unterklassen Lentiviren, zu denen u.a. HIV und SIV gerechnet werden, Spumaviren und alle RNA-haltigen Onkoviren (u.a. HTLV I und II).
rev: Regulatorgen von HIV, das den Transport der HIV-RNA aus dem Zellkern in das Zytoplasma fördert und die Synthese von Strukturproteinen neuer Viruspartikel steuert.
reverse Transkriptase: Abk. RT; Enzym von Retroviren, das im viralen Vermehrungszyklus RNA in DNA umschreibt und in menschlichen Zellen nicht vorkommt; daher wichtiger therapeutischer Ansatzpunkt zur Hemmung der Virusvermehrung durch sog. Reverse-Transkriptase-Inhibitoren; vgl. Replikationszyklus von HIV.
Reverse-Transkriptase-Inhibitoren: Abk. RTI; Substanzen und Arzneimittel, die eine Hemmung der reversen Transkriptase von HIV bewirken und zur antiretroviralen Kombinationstherapie verwendet werden; nach chemischen Eigenschaften werden Nukleosidanaloga (NRTI), Nicht-Nukleosidanaloga (NNRTI) und Nukleotidanaloga (NtRTI) unterschieden.
rev-Inhibitoren: experimentelle Substanzen, die eine Synthese von Strukturproteinen neuer Viruspartikel durch rev hemmen.
Reyataz: Handelsname für Atazanavir.
Rezeptoren: Strukturen an der Oberfläche von Zellen zur Erkennung, Bindung oder Aufnahme bestimmter Reize oder Substanzen.
Rezidiv: Rückfall; Wiederauftreten einer Krankheit nach vorausgeganger Abheilung.
rezidivierend: wiederkehrend, nach Abheilung erneut auftretend.
rgp: Abk. für rekombinantes Glykoprotein, gentechnisch hergestellte Hüllproteine von HIV; in Studien als experimentelle HIV-Vakzine untersucht werden in Kombination mit anderen experimentellen Impfstoffen rgp120, rgp140 und rgp160, die zumindest vorübergehend neutralisierende Antikörper zu induzieren scheinen (nicht aber zytotoxische T-Lymphozyten).
RGV: Abk. für Raltegravir.
Rhabdomyolyse: Untergang von Zellen der quergestreiften Muskulatur; Vorkommen als toxisch-medikamentöse Form, z.B. alkoholbedingt oder als unerwünschte Arzneimittelwirkungen, bei Stoffwechselstörungen oder ohne eindeutige Ursache.
rhGH: Abk. für (engl.) recombinant human growth hormone, rekombinantes menschliches Wachstumshormon; s. Somatropin.
Rhodococcus-Infektionen: Infektionen mit Bakterien der Gattung Rhodococcus, v.a. Rhodococcus equi, einem relativ seltenen Erreger schwerer Lungenentzündungen, in deren Verlauf es zur Bildung von Lungenabszessen kommen kann. Therapie mit Antibiotika.
Ribavirin: antivirales Arzneimittel (Nukleosidanalogon), das mit Interferon alpha zur Kombinationstherapie bei chronischer Hepatitis C verwendet wird. UAW: u.a. Störungen der Blutbildung, Anämie, gastrointestinale Störungen, Stoffwechselstörungen, Menstruationsstörungen.
Ribonukleinsäure: Abk. RNS, RNA.
Ribozyme: synthetische Moleküle, die die HIV-RNA oder bestimmte Gene zerschneiden und inaktivieren.
Rifabutin: Arzneimittel zur Kombinationstherapie von Tuberkulose und atypischen Mykobakteriosen (Tuberkulostatikum). UAW: u.a. gastrointestinale Störungen, Leberwerterhöhungen, Uveitis, Störung der Knochenmarkfunktion.
Rifampicin: Arzneimittel zur Kombinationstherapie der Tuberkulose (Tuberkulostatikum). UAW: u.a. Leberfunktionsstörungen, gastrointestinale Störungen, häufig Arzneimittelwechselwirkungen.
Rifapentin: Arzneimittel zur Kombinationstherapie der Tuberkulose (Tuberkulostatikum). UAW: u.a. Arzneimittelwechselwirkungen.
Rifaximin: Arzneimittel, das zur Behandlung von Reisedurchfällen verwendet wird (Antibiotikum). UAW: u.a. Kopfschmerz, gastrointestinale Störungen.
rIL-2: Abk. für rekombinantes Interleukin-2, Aldesleukin.
Rilopirox: experimentelles Medikament, das zur Therapie verschiedener Pilzerkrankungen in Studien untersucht wird (Antimykotikum), u.a. bei Candida-Mykosen und Hautpilzerkrankungen.
Rilpivirin: auch TMC-278; experimentelles antiretrovirales Medikament (NNRTI), das in klinischen Studien zur Kombinationstherapie der HIV-Infektion untersucht wird. UAW: u.a. gastrointestinale Störungen.
Risikofaktoren: Faktoren, die zu einer besonderen Gesundheitsgefährdung oder Erkrankung führen; wie auch bei anderen Erkrankungen ist bei HIV-Infektion vielfach ein Zusammenwirken medizinischer und psychosozialer Faktoren anzunehmen.
Risikogruppen: Bez. für bestimmte Gruppen, bei denen eine besondere Gefährdung für eine Erkrankung oder Infektion besteht, wobei von einem tatsächlich gegebenen Expositionsrisiko auszugehen ist; eine bloße Annahme oder Zuschreibung möglicher Risikofaktoren genügen nicht.
Risikoverhalten: Verhaltensformen, die die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Erkrankung erhöhen; als Verhaltensweisen, die mit einem Risiko für eine HIV-Infektion einhergehen, gelten v.a. ungeschützter Geschlechtsverkehr und gemeinsamer Nadelgebrauch bei Drogengebrauch.
Ritonavir: Abk. RTV, Handelsname Norvir; antiretroviral wirksames Arzneimittel (Proteaseinhibitor) zur Kombinationstherapie einer HIV-Infektion, heute fast ausschließlich in einer geringen Booster-Dosierung zur Verbesserung der Pharmakokinetik anderer Proteaseinhibitoren verwendet. UAW: u.a. gastrointestinale Störungen; in voller Dosierung zahlreiche Arzneimittelwechselwirkungen, Fettstoffwechselstörungen.
Rituximab: Arzneimittel (monoklonaler Antikörper gegen CD20), das z.B. in der Behandlung maligner Lymphome verwendet wird. UAW: u.a. allergische Arzneimittelreaktion, Blutdruckabfall, Bronchospasmen.
RKI: Abk. für Robert Koch-Institut.
RNA: Abk. für (engl.) ribonucleic acid; die Ribonukleinsäure übersetzt genetische Informationen der DNA im Rahmen der Biosynthese von Proteinen und Aminosäuren. Bei einigen Viren (u.a. Retroviren) ist die RNA Träger der genetischen Information; vgl. Replikationszyklus von HIV.
RNase H: Enzym, das im Replikationszyklus von HIV die RNA aus dem bei der Transkription (Umschreibung) entstehenden RNA-DNA-Hybrid entfernt; Voraussetzung für die Integration von HIV-DNA in das Genom der Wirtszelle.
RNS: Abk. für Ribonukleinsäure, RNA.
Robert Koch-Institut: RKI; Bundesbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten mit Sitz in Berlin; Aufgaben sind u.a. die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten sowie die Beobachtung und Analyse der Gesundheitssituation in Deutschland (http://www.rki.de).
Rosiglitazon: Arzneimittel, das in Kombinationstherapie bei Diabetes mellitus zur Senkung des Blutzuckerspiegels verwendet wird (orales Antidiabetikum). UAW: u.a. Anämie, Fettstoffwechselstörungen, Leberschädigung.
Rosuvastatin: in Deutschland nicht zugelassenes Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette (Lipidsenker). UAW: u.a. gastrointestinale Störungen, Pharyngitis, Kopfschmerz, Arzneimittelwechselwirkungen.
rPF4: Abk. für rekombinanter Plättchenfaktor 4; gentechnisch hergestellte Substanz, die (wie der biologisch von Thrombozyten gebildete Faktor) eine Neubildung von Blutgefäßen hemmt (Angiogeneseinhibitor) und in Studien zur Therapie maligner Tumoren untersucht wird.
RT: Abk. für reverse Transkriptase.
RTI: Abk. für Reverse-Transkriptase-Inhibitoren.
Rückrechnungsverfahren: epidemiologische Fachbez. für mathematische Methoden, die einen näherungsweisen Rückschluß auf das Vorliegen bestimmter Ereignisse ermöglichen, z.B. Rückrechnung von der Zahl der AIDS-Fälle auf die Zahl der HIV-Infektionen.
Rückverfolgung: gesetzlich (u.a. Transfusionsgesetz, Transplantationsgesetz) geregeltes sog. Look-Back-Verfahren zur Ermittlung von Blut-, Gewebe- oder Organspenden eines Spenders, bei dem eine Infektion mit HIV, Hepatitis-Viren oder anderen Krankheitserregern festgestellt wurde, die zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, mit dem Ziel, die Verwendung dieser Spenden zu verhindern.
Ruhedyspnoe: s. Dyspnoe.
R5-Viren: Bez. für HIV, das den Chemokinrezeptor CCR5 beim Eindringen in Zellen verwendet; vgl. Tropismus.
R5X4-Viren: Bez. für HIV, das die Chemokinrezeptoren CXCR4 und CCR5 beim Eindringen in Zellen verwendet; vgl. Tropismus.