2 HIV/AIDS Taschenlexikon

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N

NAB: Abk. für Nationaler AIDS-Beirat.

Nachtschweiß: massiver, während des Nachtschlafs auftretender Schweißausbruch, der auf eine Allgemeinerkrankung hinweisen kann.

Nadelaustauschprogramme: auch sog. Spritzentausch; im Rahmen akzeptierender Drogenarbeit entstandene Präventionsprogramme, bei denen Drogengebrauchern die Möglichkeit gegeben wird, benutzte Injektionsbestecke gegen sterile Nadeln und Spritzen zu tauschen; erste Programme wurden Mitte der 1980er Jahre in Amsterdam und der Schweiz angeboten, in Deutschland sind Nadelaustauschprogramme seit 1992 legal; epidemiologische Untersuchungen haben gezeigt, daß durch die Schaffung hygienischer Injektionsbedingungen die Zahl der HIV-Neuinfektionen reduziert werden kann und derartige Programme nicht zum Drogenkonsum animieren; sie sind wesentlicher Bestandteil von Konzepten der Harm Reduction; vgl. Safer Use.

Nadelstichverletzung: Verletzungen durch Nadeln (Kanülen) oder spitze Gegenstände; häufigster Arbeitsunfall im medizinischen Bereich. Bei mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten kontaminierten Nadeln oder Instrumenten besteht das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern, v.a. mit Hepatitis-B-Virus, seltener Hepatitis-C-Virus oder HIV; eine Postexpositionsprophylaxe gegen HIV und Hepatitis B sollte möglichst rasch eingeleitet werden. Zur Verhinderung wird die Verwendung sog. sicherer Instrumente bei Blutentnahmen und Punktionen empfohlen, die z.B. spitze oder scharfe Instrumententeile automatisch verhüllen.

Nadir: sog. Fußpunkt; als Bez. für den individuell niedrigsten gemessenen Wert der CD4-Zellzahl verwendet.

Nagelveränderungen: Veränderungen von Hand- oder Fußnägeln; Vorkommen z.B. als sog. Umlauf (Paronychie) oder eingewachsener Nagel.

Nahrungsmittelintoleranz: Bez. für Nahrungsmittelunverträglichkeit; unterschieden werden allergische Formen mit Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Nahrungsmittel, versteckte Allergene, Lebensmittelzusätze, Rückstände aus Verpackungen oder Zerfallsprodukte und nichtallergische Formen z.B. bei Enzymmangel, entzündlichen Veränderungen der Darmschleimhaut oder Enteropathie. Bei HIV-Infektion häufigeres Vorkommen von Fettunverträglichkeit und Laktoseintoleranz.

Naloxon: Arzneimittel, das die Wirkungen von Opioiden unterdrückt (Opiatantagonist) und zur Behandlung starker Schmerzen, Opioidüberdosierung und (als Kombinationspräparat mit Buprenorphin) zur Substitutionstherapie verwendet wird. UAW: u.a. Schwindel, Übelkeit, Erbrechen.

Naltrexon: Arzneimittel, das die Wirkungen von Opioiden unterdrückt (Opiatantagonist) und zur Substitutionstherapie verwendet wird. UAW: u.a. Leberwerterhöhungen, Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörungen, psychische Störungen.

Named-Patient-Programme: auch Single-Patient-Programme; Bez. für Verfahren, die einzelnen, namentlich registrierten Patienten ohne andere Behandlungsoptionen einen Zugang zu experimentellen Medikamenten außerhalb klinischer Studien ermöglichen.

NASBA: Abk. für (engl.) nucleic acid sequence based amplification; labormedizinisches Verfahren zur Nukleinsäureamplifikation; Verwendung in der Bestimmung der Viruslast.

Nasennebenhöhlenentzündung: s. Sinusitis.

NAT: Abk. für Nukleinsäureamplikationstechnik; labormedizinische Methoden zur Vervielfachung (Amplifikation) von Nukleinsäuren; Verwendung in der HIV-Diagnostik und zur Bestimmung der Viruslast u.a. von bDNA, NASBA oder Polymerasekettenreaktion.

Nationaler AIDS-Beirat: NAB; Beratungsgremium des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) mit Vertretern verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen und Sozialpartnern.

natürliche Killerzellen: s. NK-Zellen.

Nausea: Fachbez. für Übelkeit.

Nebenwirkung: umgangssprachliche Bez. für unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

Needle Sharing: (engl.) Bez. für gemeinsamen Gebrauch von Injektionsnadeln bzw. Spritzbestecken bei injizierendem Drogengebrauch (v.a. von Heroin, aber auch Kokain) durch mehrere Konsumenten; bei injizierenden Drogengebrauchern häufigster Übertragungsweg für HIV, Hepatitis B und C. Durch Angebote zum Spritzen- und Nadelaustausch (Nadelaustauschprogramme) konnte diese Praxis weitgehend reduziert werden; sie stellt dennoch insbesondere in Umgebungen, in denen keine sauberen Injektionsbestecke zur Verfügung stehen (z.B. Justizvollzugsanstalten), weiterhin ein Problem dar; vgl. Harm Reduction.

nef: Regulatorgen von HIV, das die virale Infektiosität verstärkt und ein Eindringen in Wirtszellen begünstigt.

negativ: nicht gegeben, nicht nachweisbar, ergebnislos (z.B. bei einer Untersuchung), ungünstig (z.B. im Krankheitsverlauf); auch Kurzbez. für HIV-negativ.

Nekrose: umschriebenes Absterben von Zellen oder Zellverbänden in einem Gewebe oder Organ infolge schwerer Stoffwechselstörungen (z.B. Sauerstoffmangel nach Gefäßverschluß), durch chemische oder physikalische Schädigungen.

Nelfinavir: Abk. NFV, Handelsname Viracept; antiretroviral wirksames Arzneimittel (Proteaseinhibitor) zur Kombinationstherapie einer HIV-Infektion. UAW: u.a. gastrointestinale Störungen.

Neoplasie: Neubildung von Geweben, die mit Gewebeveränderungen infolge eines Verlusts der normalen Wachstumsregulation einhergeht, z.B. als epitheliale Neoplasie von Oberflächen- oder Schleimhautgewebe; vgl. AIN, CIN, VAIN, VIN.

Neoplasma: Fachbez. für alle Formen der Neubildung von Geweben; unterschieden werden gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Formen; vgl. Tumoren.

Neopterin: Abbauprodukt im Nukleinsäurestoffwechsel von Makrophagen; Marker für eine Makrophagenaktivierung mit erhöhten Konzentrationen im Blut bei allen Aktivierungen des Immunsystems.

Nephrolithiasis: Nierensteinerkrankung mit Bildung von Konkrementen in der Niere; Vorkommen u.a. bei Störungen des Kalzium-Stoffwechsels oder arzneimittelinduziert u.a. bei Indinavir; je nach Größe und Lokalisation können Nierensteine völlig asymptomatisch bleiben oder zu Flankenschmerz, akuten, hochschmerzhaften Anfällen (Nierenkoliken), Harnverhaltung (Dys- bzw. Anurie) und Blut im Urin (Hämaturie) führen.

Nephropathie: Erkrankungen oder Schädigungen der Nieren, z.B. als entzündliche Veränderungen des Nierenbeckens (Pyelonephritis), der Glomeruli (Glomerulonephritis) oder toxische Nierenschädigungen; als HIV-assoziierte Nephropathie (HIVAN) tritt eine durch Glomerulonephritis, ausgeprägte Eiweißaussscheidung im Harn (Proteinurie), Nierenvergrößerung und rasch eintretende Nierenfunktionsverschlechterung (Niereninsuffizienz) charakterisierte Form auf; die Entwicklung einer thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura ist (selten) möglich. Vorkommen meist bei Immunschwäche mit einer CD4-Zellzahl unter 100/µl in mehr als 3% aller HIV-Infizierten, eine genetische Veranlagung scheint wahrscheinlich (mehr als 95% bei Personen afrikanischen Ursprungs). Die therapeutischen Möglichkeiten sind begrenzt; die häufig erforderliche Dialyse zeigt gute Ergebnisse, im Einzelfall ist eine Nierentransplantation zu erwägen.

nephrotisches Syndrom: bei Nierenerkrankungen auftretender Symptomenkomplex mit ausgeprägter Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie), Abnahme von Eiweissen im Blutplasma mit ausgedehnter Wassereinlagerung in Geweben (Ödeme), Hyperlipidämie und Hypercholesterinämie und erhöhter Thromboseneigung; Vorkommen bei entzündlichen und nichtentzündlichen Erkrankungen der Niere, z.B. Glomerulonephritis, HIV-assoziierter Nephropathie, diabetischer Nierenschädigung.

nephrotoxisch: bezeichnet die giftige Wirkung einer Substanz oder eines Arzneimittels auf die Nieren.

Netzhautablösung: s. Ablatio retinae.

Neuralgie: sog. Nervenschmerz; Bez. für Schmerzsyndrome, die das Versorgungsgebiet eines Nervs betreffen.

Neuro-AIDS: zusammenfassende Bez. für HIV-assoziierte Erkrankungen von Nerven und Zentralnervensystem und i.w.S. auch für neuromuskuläre Erkrankungen.

Neurodermitis: auch atopisches oder endogenes Ekzem; s. Ekzem.

Neuropathie: Fachbez. für Erkrankungen peripherer Nerven; Vorkommen bei HIV-Infektion in allen Erkrankungsstadien möglich und im späteren Verlauf in 30-50% nachweisbar, dann häufig unter Beteiligung mehrerer Nerven als sog. Polyneuropathie. Einteilung nach Ursache in primär HIV-assoziierte Neuropathie, z.B. aszendierende Neuropathie (Guillain-Barré-Syndrom), Neuropathie bei Gefäßentzündung (Vaskulitis) oder diffus infitrativem Lymphozytose-Syndrom und sekundäre Neuropathien, z.B. medikamentös-toxische Polyneuropathie, akutes neuromuskuläres Schwächesyndrom, entzündliche Nervenschädigung (Mononeuritis multiplex) oder Nervenwurzelentzündung (Polyradikulitis). Nach Lokalisation und klinischem Bild werden u.a. distale Neuropathien mit Auftreten von Symptomen an den Extremitäten, autonome Neuropathien mit vegetativen Störungen sowie motorische und sensorische Formen unterschieden. Die Symptome sind abhängig von Lokalisation und Verlauf; häufig sind Empfindungsstörungen, Schmerzen, Kribbelgefühl (Parästhesien) sowie motorische Defizite (Lähmungen) und Reflexstörungen, bei autonomen Neuropathien Blasenentleerungsstörungen und sexuelle Funktionsstörungen. Für die Diagnose sind neben elektrophysiologischen Untersuchungen (Elektromyogramm, Elektroneurogramm) evtl. Liquoruntersuchungen und mikrobiologisch-virologische Untersuchungen erforderlich. Falls keine spezifische Therapie möglich ist, symptomatische Behandlung mit Physiotherapie, entzündungshemmenden und schmerzlindernden bzw. schmerzmodulierenden Arzneimitteln und Vitamin-B-Gabe; Vermeidung neurotoxischer Arzneimittel.

Neurosyphilis: Stadium IV einer Syphilis mit Beteiligung von Gehirn und Rückenmark.

Neutralisation: immunologische Fachbez. für Blockade oder Inaktivierung eines Antigens durch neutralisierende Antikörper.

neutralisierende Region: Bez. für Bestandteile von HIV, gegen die neutralisierende Antikörper gebildet werden, u.a. das V3-Loop am Glykoprotein gp120.

Neutropenie: Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut; bei HIV-Infektionen häufiges Vorkommen u.a. im Rahmen einer HIV-induzierten Unterdrückung der Blutbildung (Knochenmarksuppression), infolge chronischer Erkrankungen (z.B. Infektionen, Tumorerkrankungen), im Rahmen von Autoimmunreaktionen oder als unerwünschte Arzneimittelwirkung. Bei chronischer Neutropenie kann evtl. ein Behandlungsversuch mit koloniestimulierenden Faktoren (G-CSF, GM-CSF) angezeigt sein.

Nevirapin: Abk. NVP, Handelsname Viramune; antiretroviral wirksames Arzneimittel (NNRTI) zur Kombinationstherapie einer HIV-Infektion. UAW: u.a. allergische Reaktionen, Arzneimittelexanthem, Leberwerterhöhungen, Leberschädigung.

NFV: Abk. für Nelfinavir.

NGU: Abk. für nicht-gonorrhoische Urethritis.

NHL: Abk. für Non-Hodgkin-Lymphome.

Nicht-Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren: s. NNRTI.

Nicht-Opioide: Sammelbezeichnung für schmerzlindernde oder -stillende Arzneimittel, die im Unterschied zu Opioiden nicht an Opioidrezeptoren binden; Verwendung sog. nicht-opioider Analgetika in der Schmerztherapie.

Nierensteine: umgangssprachliche Bez. für Nephrolithiasis.

Nierenwerte: zusammenfassende Bez. für Laborwerte zur Beurteilung der Nierenfunktion, z.B. anhand von Elektrolytbestimmungen (Natrium, Kalium), Kreatinin; ferner erfordert eine Beurteilung der Nierenfunktion Urintests (Durchführung als sog. Streifentests) zum Ausschluß einer Glukosurie oder Proteinurie und von Erythrozyten oder Leukozyten im Harn.

Nikotinsäurederivate: chemische Abkömmlinge der Nikotinsäure; Verwendung als Arzneimittel u.a. zur Senkung erhöhter Blutfette, s. Lipidsenker.

Nitazoxanid: in Deutschland nicht zugelassenes Arzneimittel, das bei Protozoen- und Wurmerkrankungen verwendet wird. UAW: u.a. gastrointestinale Störungen, Kopfschmerz.

NK-Zellen: Abk. für natürliche Killerzellen; im Blut zirkulierende Lymphozyten, die veränderte Körperzellen (z.B. Tumorzellen, virusinfizierte Zellen) zerstören, indem sie einen programmierten Zelltod (Apoptose) einleiten; diese Zellen werden durch ihre Antigene oder zellgebundene Antikörper erkannt (vgl. ADCC), die Aktivität von NK-Zellen wird durch Zytokine (IL-12, Interferon alpha und beta) gesteigert.

NNRTI: Abk. für Nicht-Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren; Substanzgruppe mit chemischen Verbindungen, die den Wirkort der reversen Transkriptase von HIV-1 besetzen; Verwendung in der antiretroviralen Kombinationstherapie einer HIV-1-Infektion, jedoch keine Wirksamkeit bei Infektionen mit HIV-1 O und HIV-2.

Nocardiosen: Infektionen mit Bakterien der Gattung Nocardia, z.B. Nocardia asteroides, die v.a. als opportunistische Infektionen auftreten und zu Abszessen in Lunge, Niere, Gehirn und Haut führen können; oft chronischer Verlauf mit hoher Letalität. Therapie z.B. mit Sulfonamiden, Imipenem oder Cephalosporinen.

Non-Compliance: (engl.) fehlende Bereitschaft oder Unfähigkeit von Patienten, ärztlichen Anweisungen und Therapievorgaben zu folgen; als intelligente Non-Compliance wird eine bewußte Nichtbeachtung nicht sinnvoller oder tatsächlich falscher ärztlicher Anweisungen aufgrund eigener Überlegungen oder Beobachtungen (z.B. Dosisreduzierung bei starken Nebenwirkungen) bezeichnet.

Non-Hodgkin-Lymphome: Abk. NHL; Bez. für alle Formen maligner Lymphome, bei denen die für Hodgkin-Lymphome charakteristischen Hodgkin- und Sternberg-Reed-Riesenzellen nicht vorhanden sind; als mögliche Ursache werden Infektionen mit humanem Herpesvirus 4 (HHV-4, Epstein-Barr-Virus) bzw. humanem Herpesvirus 8 (HHV-8) diskutiert. Bei Immunsuppression oder HIV-Infektion werden ein wesentlich häufigeres Vorkommen und bei ausgeprägter Immunschwäche ein rascherer klinischer Verlauf beobachtet; NHL machen etwa 10-15% aller HIV-assoziierten malignen Tumoren aus. Die klinischen Symptome sind abhängig von der Lokalisation, es lassen sich drei große Gruppen unterscheiden: Systemische Lymphome innerhalb oder außerhalb der Lymphknoten mit Lymphknotenschwellung und evtl. Milzvergrößerung sowie Beteiligung innerer Organe (Magen, Leber, Darm u.a.). Primäres ZNS-Lymphom im Gehirn mit lokalisationsabhängigen Symptomen wie Krampfanfällen, neurologischen Ausfällen, psychischen Veränderungen und Zeichen einer Hirndrucksteigerung. Body-cavity-Lymphome in einer (großen) Körperhöhle wie z.B. dem Bauchraum mit Zeichen eines Ergusses (sog. Effusionslymphom). Diagnose durch histologischen Nachweis von Tumorzellen; ergänzend bildgebende Diagnostik und Knochenmarkpunktion. Behandlung je nach Stadium und Ausbreitung mit Polychemotherapie und evtl. Strahlentherapie.

Nonoxinol 9: spermienabtötende Substanz (Spermizid), die u.a. Bestandteil von Gleitmitteln und Scheidenzäpfchen ist und zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) verwendet wird, jedoch keinen Schutz vor einer HIV-Infektion bietet.

Norvir: Handelsname für Ritonavir.

nosokomial: mit Bezug zum Krankenhaus, z.B. eine nosokomiale Infektion, die während eines Krankenhausaufenthalts eingetreten ist.

NPT: Abk. für neue präventive Technologien; bezeichnet zusammenfassend neue interventionelle Verfahren und Methoden in der Prävention (Vermeidung) einer HIV-Infektion wie z.B. HIV-Vakzine, Mikrobizide oder Zirkumzision.

NRTI: Abk. für Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, s. Nukleosidanaloga.

NtRTI: Abk. für Nukleotid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, s. Nukleotidanaloga.

Nukleokapsid: ein Kapsid, das direkt mit der Nukleinsäure (DNA oder RNA) assoziiert ist; i.e.S. die kegelförmige (konische) Eiweißstruktur von Retroviren, die das virale Genom umgibt.

Nukleosidanaloga: Nukleosiden ähnliche chemische Verbindungen, die den Nukleinsäureaufbau stören und die Vermehrung von Zellen oder Viren hemmen. Verwendung in der antiretroviralen Kombinationstherapie einer HIV-Infektion, in der Behandlung von Herpesvirus-Infektionen und chronischer Hepatitis B.

Nukleoside: Bestandteile von Nukleotiden, z.B. Adenosin, Cytidin, Guanosin, Thymidin, Uracil.

Nukleotidanaloga: Nukleotiden ähnliche chemische Verbindungen, die den Nukleinsäureaufbau stören und die Vermehrung von Zellen oder Viren hemmen. Verwendung in der antiretroviralen Kombinationstherapie einer HIV-Infektion und in der Behandlung von chronischer Hepatitis B.

Nukleotide: die aus Nukleosiden bestehenden Bausteine der Nukleinsäuren DNA und RNA.

NVP: Abk. für Nevirapin.

NW: Abk. für Nebenwirkung, s. unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

Nystatin: Arzneimittel, das zur Therapie von Pilzerkrankungen verwendet wird (Antimykotikum), z.B. bei Candida-Mykosen; das mit einem Fettkomplex versehene liposomale Nystatin weist bei systemischer Gabe weniger Nebenwirkungen auf. UAW: u.a. Hautreaktionen, gastrointestinale Störungen.


© Stephan Dressler, Berlin. Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Kein Teil des Werks darf ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Autors in irgendeiner Weise verwendet werden. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie Angebote auf Internetseiten oder Onlinediensten. Zuletzt aktualisiert am: 17.03.2008