7 Diverses

7.1. Ethik, Moral, Sittlichkeit und AIDS

7.1.5. Autoren S - Z

Salmen, Andreas: Das Arzt-Patient-Verhältnis aus Betroffenensicht. In: 3. Deutscher AIDS-Kongreß. Programm und Abstracts. Hamburg - 24. bis 27. November 1990. Abstract 521. München: Futuramed 1990

Das traditionelle Arzt-Patient-Verhältnis ist für den Umgang beider Seiten miteinander in der Aids-Krise nicht geeignet. Für Aids und HIV-Infektion liegt keine kausale Therapie vor, vielmehr werden experimentelle Behandlungsmethoden angewandt, die z.T. in der Lage sind, das Leben der Patienten zu verlängern. Oftmals stehen auch mehrere experimentelle Therapien zur Auswahl. Ob und wie ein Patient therapiert wird, kann unter den gegebenen Umständen nicht der Arzt eigenständig entscheiden, sondern es bedarf der Einbezihung des Patienten als gleichberechtigtem Partner. Die Aids-Aktionsgruppe "Aids Coalition to Unleash Power (ACT UP)", mit weltweit über 70 Gruppen fordert diese Patientenrechte auf der formalen Ebene ein:
-- Patienten wollen mitentscheiden, was geforscht wird: Alle Substanzen und Therapieformen müssen in die schnelle wissenschaftliche Abklärung einbezogen werden. -- Patienten wollen mitbestimmen, wie geforscht wird (z.B. die Frage des Einsatzes von Placebokontrollen).
-- Patienten wollen an der Studienplanung und den kontrollierenden Ethikkommissionen beteiligt werden.
-- Experimentelle Therapien müssen nach Aufklärung für alle interessierten Patienten verfügbar sein. Dies gilt auch, wenn keine Studien existieren oder diese Studien bereits komplett sind. Das US-amerikanische Verfahren des "Parallel Track" (erprobt bei ddI und ddC) muß auch für das deutsche Rechtssystem erwogen werden.




Saner, Hans: Reden über AIDS. Zeitschrift für evangelische Ethik 1988;32(3):172-177

Der Autor nennt fünf Gründe, warum sich AIDS vorzüglich zur Mythisierung eignet und zeigt, daß dem Mythos ein verharmlosender Pseudorealismus entgegentreten kann. Beide entsprechen nicht der gebotenen Nüchternheit. Ebenso versagt der Moralismus, der eine bislang akzeptierte größere sexuelle Liberalität beseitigen will. Hingegen sind Aufklärung über AIDS ohne Einschränkung, Selbstdisziplin der sexuellen Freiheit und Solidarität mit den Kranken geboten.




Saner, Hans: Sprechen über Aids. Kette 1988;15(1):18-21




Saner, Hans: Reden über Aids. Drogenbulletin 1990;3+4:2-12




Saß, H.: AIDS in der Psychiatrie. Rechtliche und ethische Aspekte. Der Nervenarzt 1987;58(12):713-718

Die AIDS-Erkrankung verursacht wegen ihrer engen Verknüpfung mit dem menschlichen Intimbereich neben den klinischen schwerwiegende Probleme psychosozialer, medizin-rechtlicher und gesundheitspolitischer Art, die zu einer kaum zu übersehenden Literatur geführt haben. In einem knappen Ausschnitt wird der gegenwärtige Kenntnis- und Diskussionsstand zu wichtigen ethischen und rechtlichen Fragen dargestellt, mit denen der Nervenarzt in Klinik und Praxis im Umfeld möglicher oder tatsächlicher HIV-Infektionen konfrontiert ist.




Schaefer, O.P.: Die HIV-Problematik und der Datenschutz aus der Sicht der KV. In: 4. Deutscher AIDS-Kongress, Programm und Abstracts. Wiesbaden, 25. bis 28. März 1992. Abstract 48. München: Futuramed 1992

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen hat bereits frühzeitig beschlossen, das Problem der Sicherstellung der Versorgung HIV-Infizierter offensiv anzugehen, und Maßnahmen zur Bewältigung der AIDS-Problematik zu erarbeiten. Zu diesen Maßnahmen gehört die in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit der LÄK-Hessen schwerpunktmäßig betriebene Fortbildung von niedergelassenen Ärzten auf verschiedenen Ebenen unter Einbeziehung ambulanter Pflegedienste sowie die Durchführung und Unterstützung von Modellprojekten. Wegen der allgemeinen und zunehmenden Bedrohung der gesamten Bevölkerung, sah sich der Vorstand der KV Hessen veranlaßt, alle niedergelassenen Ärzte unmittelbar und periodisch über die neuesten Erkenntnisse zu AIDS zu unterrichten und für die Beratung der Betroffenen kurzfristig kompetent zu machen. Die Fortbildungsveranstaltungen wurden in den Jahren 1987 bis 1989 ergänzt durch einen telefonischen Konsiliardienst, der von niedergelassenen Ärzten in Anspruch genommen werden konnte. Seit dem Jahre 1987 bemüht sich die KV Hessen auch darum, den flächendeckenden und anonymen Zugang zum HIV-Test sicherzustellen. Dabei haben wir uns von der Überlegung leiten lassen, daß schon das Aufsuchen einer Arztpraxis keinerlei Schluß darauf zulassen darf, daß ein Patient oder Proband HIV-infiziert sein könnte. Die von der KV Hessen seinerzeit entwickelten grundsätzlichen Vorschläge zur Durchführung eines anonymen HIV-Tests stießen aber zunächst auf Widerstände. Von seiten des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) wurde die Einführung einer anonymisierten Abrechnung mit der Begründung verweigert, daß in diesem Fall keine Prüfung der Abrechnung auf Wirtschaftlichkeit mehr möglich sei. Die hessischen Primärkassen hatten ihre Zustimmung für die Durchführung von anonymen HIV-Tests zunächst von der Klärung honorarpolitischer Forderungen abhängig gemacht. Eine Kostenübernahme für freiwillige HIV-Testung in den Praxen niedergelassener Ärzte durch das Hessische Sozialministerium war auch nicht zu erreichen. Seitdem wurde und wird noch immer über das Zustandekommen einer entsprechenden Vereinbarung verhandelt. Mit der anonymen Durchführung dieser Tests sind zugleich Aspekte der ärztlichen Schweigepflicht und des Datenschutzes angesprochen. Hierbei sind zwei Informationsflüsse zu unterscheiden: Zum einen die Information über die Diagnose HIV-infizierter bzw. AIDS innerhalb des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung, das heißt die Frage, inwieweit der Kassenarzt berechtigt bzw. verpflichtet ist, die Diagnose AIDS gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung bzw. der Krankenkasse zu offenbaren; hiervon ist die allgemeine berufsrechtliche Frage zu unterscheiden, inwieweit ein Arzt verpflichtet oder befugt ist, Dritte von der HIV-Infektion eines Patienten in Kenntnis zu setzen. Die gesetzlichen Grundlagen und deren Interpretation durch die Beteiligten werden in dem Referat ebenso beleuchtet, wie die vorgesehenen Änderungen des SGB V (Referentenentwurf), sofern dadurch die Datenschutzproblematik bei der Behandlung von HIV-Infizierten betroffen ist.




Schimpf, Klaus: Hämophiliebehandlung: pharmakologische, medizinische und ethische Aspekte. MMG. Medizin Mensch Gesellschaft 1989;14(1):19-31

In der folgenden Übersicht werden beschrieben: a) das Vorkommen, die Pathogenese und das klinische Bild der beiden Hämophilieformen A und B, ihr Erscheinungsbild als chronische Leiden in Form aufeinanderfolgender akuter Ereignisse (überwiegend durch spontane innere Blutungen), die ohne gewissenhafte lebenslage Behandlung zu einer chronischen Körperbehinderung führen; b) die Prinzipien der Substitutionstherapie der fehlenden Gerinnungsfaktorenaktivitäten durch den Arzt oder die in ärztlich überwachter Selbstbehandlung geschulten Patienten (beziehungsweise deren Elten), die Verminderung oder sogar Beseitigung von blutungsbedingten Arbeits- und Schulausfällen und die erreichte örtliche Unabhängigkeit durch die moderne Bedarfs- oder Dauersubstitution in kontrollierter Selbstbehandlung; c) die rehabilitativen Maßnahmen bei eingetretener Körperbehinderung und die weitere Sekundärprävention; d) die Krankheitsverarbeitungshilfe durch den Arzt und durch Selbsthilfe-Gesprächsgruppen; e) die Nebenwirkungen der Substitutionstherapie, insbesondere die Folgen der Infektion mit dabei übertragenen Hepatitis- und HI-Viren, schließlich die inzwischen gelungene Einführung virussicherer Gerinnungsfaktorenkonzentrate.




Schirmacher, Wolfgang: Ethik im Horizont der Künstlichkeit. In: Margreiter, Reinhard; Leidlmair, Karl (Hrsg.): Heidegger: Technik - Ethik - Politik. Würzburg: Königshausen und Neumann 1991, S. 89-97

Der Autor skizziert zunächst mit Heidegger Grundzüge einer phänomenologischen Ethik. Eine phänomenologische Ethik ist nicht normenorientiert und geht von keiner Autorität aus, sondern vollzieht sich als Phänomenologie gelebter Ethik. Heideggers "Ethik des Wohnens" vermeidet das Sollen. Wohnen erfahren wir immer, in jedem geglückten Moment des eigenen Lebens. Das Verschwinden von (ethischen) Autoritäten, so die These des Autors, hat das unscheinbare Gelingen einer Ethik des Wohnens überhaupt erst fühlbar gemacht. "Wer aber wohnt? Wir selbst. Ich allein. Mit solch einer Ethik des Wohnens scheinen wir unweigerlich auf uns selbst zurückgeworfen zu sein, auf das ohnmächtige Ich." Als Erfahrung des Werdens und als Nähe zum Tod (gesteigert durch AIDS) gibt uns Leben einen Hinweis, wie wir sind. Die Leitfrage einer hier anschließenden lebensphilosophischen Bioethik - Wie lebt das Leben menschlich? - skizziert der Autor sodann hinsichtlich des Problems der Tierversuche und der Immunschwäche AIDS. "Künstlich leben heißt, die Kunst des Lebens vermögen, menschlich sein ohne doch gegen andere Weisen der Natur sich stellen zu müssen. Bioethik enthält Beispiele aus der Praxis der Humanität (auch Horrorbeispiele). Denn unser Verhalten zu unserem Mitgetier ist ebensowenig zweitrangig wie unsere Reaktionen auf eine Seuche wie AIDS. Wir sind, wie wir mit Tieren umgehen, und AIDS ist der unbestechlichste Spiegel unseres Selbstverständnisses, über den wir heute verfügen."




Schlund, Gerhard H.: Zur Berufsverschwiegenheit bei AIDS. AIDS-Forschung 1987;2(7):401-409

Die verfassungsrechtlich geschützte Würde des Menschen und sein Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zwingen zur Respektierung seiner Privat- und Intimsphäre. Dies gilt vor allem für den Arzt seinem Patienten gegenüber. Aber auch die Angehörigen einer Reihe anderer herausgehobener Berufe sind zur Amts- und Berufsverschwiegenheit verpflichtet. Der Beitrag stellt im einzelnen den Inhalt und den Umfang sowie den Personenkreis, dem gegenüber die ärztliche Schweigepflicht besteht, dar, behandelt die Ausnahmen von der Berufsverschwiegenheitspflicht, vor allem bei AIDS im Strafvollzug, und weist auf die Folgen der Verletzung der Schweigepflicht hin.




Schmidt, Gunter: Moral und Volksgesundheit. In: Sigusch, Volkmar; Gremliza, Hermann L. (Hrsg.): Operation AIDS. Das Geschäft mit der Angst. Sexualforscher geben Auskunft. Hamburg: Konkret 1986, S. 8-12

In diesem Beitrag werden vor allem die Beiträge der Sexualwissenschaft und Sexualforschung zu AIDS und Safer Sex im Hinblick auf die sich darin spiegelnde Moral zusammenfassend dargestellt und kritisch diskutiert. Dabei werden politischer und gesellschaftlicher Kontext der Safer-Sex-Diskussion berücksichtigt.




Schmidt, Klaus: Ärztliche Schweigepflicht und trotzdem Meldepflicht für AIDS? Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1987;18(4):300-302

Der Widerspruch zwischen der ärztlichen Schweigepflicht und einer gesetzlichen Meldepflicht für HIV-Infektionen bzw. AIDS wird diskutiert. Aus der Güterabwägung zwischen dem Schutz der Privatsphäre einerseits und dem Schutz der Allgemeinheit andererseits wird gefolgert, daß in Ermangelung von Heilungsmöglichkeiten bisher eine wichtige Grundvoraussetzung für die Einführung einer namentlichen Meldepflicht fehlt. Nur eine kodierte und damit anonymisierte Meldepflicht wird im Interesse der Forschung für gerechtfertigt gehalten.




Schmidt, Wolf-Rüdiger: AIDS - Die Geißel Gottes? Erfahrungen mit fundamentalistischer Sexualmoral. In: Positiv? Negativ? AIDS als Schicksal und Chance. Gütersloh : Gütersloher Verlagshaus 1988 (Beiträge aus Gesellschaft, Staat und Kirche), S. 99-107

Eine vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit den Folgen von AIDS steht der Kirche im weiteren Sinne noch bevor. Zwar begreift die praktische Seelsorge bereits die Dimension von AIDS als elementare Herausforderung an christliches Denken und Handeln. Trotz der Bemühungen in Einzelbereichen jedoch gibt es im christlichen Gelände noch immer eine starke Zurückhaltung, ja Befangenheit und Irritation gegenüber AIDS. Dies könnte eng mit dem unterschwellig wirkenden, beharrlichen Argumentationsmuster fundamentalistischer Sexualmoral zusammenhängen, dessen Aktivierung im Gefolge einer verstärkten Zuwendung zum Problem "AIDS - Sexualität - Tod" nach den bislang vorliegenden, öffentlichen Reaktionen zu befürchten ist.




Schriefers, Herbert: Schlußwort. In: AIDS - eine medizinische und moralische Herausforderung. Referate des einundzwanzigsten ÄrztetaNettetalges im Bistum Essen. Herausgegeben vom Bistum Essen. Nettetal: Steyler Verlag - Wort und Werk 1988 (Schriften des Ärzterates im Bistum Essen Band 11), S. 68-70

Bis vor kurzem dachten wir, nach Zähmung der Natur sei, zwar nicht das Individuum Mensch, wohl aber die Menschheit nur mehr insofern existenzbedroht, als der, den sie selbst gezeugt, der Homo technicus, sich unwissentlich oder wissentlich gegen seine eigene Spezies wende. Und plötzlich ergreift die für beherrschbar gehaltene, ja unterworfen geglaubte Natur wieder das Wort und zitiert das Milliarden Jahre alte Gesetz, wonach Leben die Inkarnation der Potenz ist, sich mit äußerster Zähigkeit zu erhalten, zu vermehren und auszubreiten. Dies gilt für Meeresungeheuer ebenso wie für jenes unscheinbare, HIV genannte Agens. Ein Wesen, stumm und stupide, das aus sich selbst heraus nichts zu leisten vermag, das sich Leben borgt, um Leben zu können, zwingt uns, indem es schlicht seinem biologischen Imperativ folgt, wie kein Krebs und keine bisher erlebte Seuche, Bahnen aufzugeben, die wir, in der Erteilung von Wegelizenzen so recht großzügig geworden, als bequem begehbare definiert haben. Und es fordert uns eben dieses Virus ausgerechnet dort auf den Plan, wo es um die Kultivierung des allgewaltigen Triebprogrammes geht, an dem unser Fortbestand hängt.




Schuller, Alexander: Schwerpunkt: AIDS - Mythen und Mächte. Editorial. MMG. Medizin Mensch Gesellschaft 1987;12(3):170-171

AIDS ist eine Krankheit, ein Mythos, ein Forschungsfeld, eine Kultur, ein Medienartefakt, eine tödliche Bedrohung. Es ist einer jener großen ubiquitären, unendlichen flexiblen Projektionsschirme, auf denen Utopien und Welten, Ängste und Hoffnungen, Intrigen aber auch Aufklärung entfaltet werden. Zur Debatte und zur Entscheidung stehen vieles und wichtiges: Repression oder Befreiung und die Frage, wer beides definiert; Gruppeninteressen, Selbstbilder, Denk-, Glaubens- und Verhaltenstraditionen, die Rechte der Bürger und die Pflichten des Staates, vielleicht aber auch die Pflichten der Bürger und die Rechte des Staates. Ein neues Muster von Gesellschaft, von Sexualität, von Individuum steht zur Debatte. Das Leben ist um eine Drehung komplexer geworden, dunkler, dichter, amorpher.




Schuller, Alexander: Die AIDS-Strategie. MMG. Medizin Mensch Gesellschaft 1987;12(3):201-210

Alle Krankheiten haben eine politische Dimension. AIDS hat sie besonders. In der öffentlich und politisch geführten Diskussion ist oft nicht klar, welches die ideologischen, strategischen und ordnungspolitischen Überlegungen sind, im Rahmen derer die Kontroverse geführt wird. Im folgenden Beitrag werden diese Überlegungen dargestellt, zu einer einheitlichen Analyse zusammengefaßt und interpretiert.




Schulze, Jörg: AIDS und Moral. Vor-sicht 1989;4(10):11

Rezension des Buchs von Siegfried Rolf Dunde: AIDS und Moral.




Schwager-Jebbink, Juliana: Die Anerkennung von Betroffenen-Kompetenz - eine ethische Forderung. Aids Info Docu Schweiz (Hrsg.): AIDS. Ethische Grundlagen der Aids-Prävention. SIDA. Bases éthiques de la prévention du sida. Bern: Aids Info Docu Schweiz 1993 (DIAlog AIDS Band II), S. 43-44

In der AIDS-Prävention geht es bei der Betroffenen-Kompetenz um die Frage, inwieweit ihre Ausgestaltung von HIV-positiven Personen und AIDS-Kranken mitbestimmt werden und auf ihren eigenen Erfahrungen aufbauen soll. Für die Beantwortung dieser Frage muß man sich überlegen, wie solche Betroffenen-Kompetenz praktisch aussieht:
- Betroffenen-Kompetenz kann darin bestehen, daß Betroffene konkrete Anweisungen vermitteln, wie die Risiken vermieden oder eingeschränkt werden können. Dabei müssen die risikoträchtigen Verhaltensweisen selbst dargestellt werden.
- Betroffenen-Kompetenz in der Prävention kann aber auch darin bestehen, daß Betroffene dazu aufrufen, von bestimmten risikoträchtigen Verhaltensweisen abzusehen.
- Die Betroffenen-Kompetenz in der Prävention gerät nach Erachten der Autorin in den Hintergrund, wenn sich die Information nicht mehr nur an klar identifizierte Zielgruppen richten muß, sondern wenn zunehmend breite Bevölkerungsschichten bedroht sind. Betroffenen-Kompetenz als Selbstbestimmung im Bereich der Pflege und Therapie läßt sich als ethische Forderung begründen. Sie ist abzuleiten aus der Achtung jedes Menschen als Person. Wie weit die Betroffenen die Ausgestaltung der Prävention mitprägen sollten, läßt sich nicht als ethische Forderung begründen, sondern ist eine Frage der Beurteilung ihrer Wirksamkeit im Hinblick auf das Präventionsziel.




Schwaiger, Thomas: Seelsorgerische Aspekte. Impulse zu einer pastoralen Orientierung für die Seelsorge mit AIDS-Kranken und HIV-Infizierten. In: Jäger, Hans (Hrsg.): AIDS und HIV-Infektionen. Landsberg: ecomed 1988, Kapitel XII-2 1-11

Der Autor stellt seine persönlichen Erfahrungen in der Seelsorgearbeit mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken dar. In einem zweiten Abschnitt ("Sterben: Allein dem Ende entgegen") skizziert der Autor die Aufgaben der Seelsorge bei Sterbenden.




Schwarzkopf, H. von: AIDS-Prävention: Alle Schuld den Opfern? 3. Deutscher AIDS-Kongreß. Programm und Abstracts. Hamburg - 24. bis 27. November 1990. Abstract 498. München: Futuramed 1990

Es wird der Versuch unternommen, die in den letzten Jahrzehnten entwickelte Debatte um die Prävention der im Morbiditäts- und Mortalitätsspektrum vorherzusehenden Erkrankungen stärker als bisher in die Erörterung um die Weiterentwicklung der AIDS-Prävention einzubringen. Das "Risikofaktoren-Modell" setzt Normen zur Verhinderung von Krankheitsentstehung. Krankheit wird zum Symptom, das isoliert angegangen wird, das Individuum trägt die Verantwortung. Das "Lifestyle-Konzept" versucht, dem vergesellschafteten Menschen Rechnung zu tragen. Mit "Lifestyle" sind Handlungsmuster von Gruppen und Individuen gemeint. Präventionsarbeit muß von realistischen Erwartungen ausgehen, Erfolge sind nur in begrenztem Rahmen zu erwarten. Gesundheitsprävention kann nicht direkt - d.h. ohne Vermittlungsschritte - zielgerichtet auf ein Risiko oder ein Bündel von Risiken wirken. Es werden die Präventionsvoraussetzungen dargestellt, die die Basis der AIDS-Beratungsstelle des Hauptgesundheitsamtes Bremen bilden. Notwendige Voraussetzung ist die aktive Beteiligung der Bevölkerung ("community involvement") in der Planung, Umsetzung und Evaluierung von Gesundheitsprogrammen. Angesichts der neuen Herausforderung AIDS haben Gesundheitspolitiker im wesentlichen auf das "Risikofaktoren-Modell" zurückgegriffen, wie an den verschiedenen vom Bundesministerium für Gesundheit aufgelegten Modellen gezeigt wird. Abschließend wird mit konkreten Beispielen die gegenwärtige Konzeption eines umfassenden Arbeitsansatzes im AIDS-Feld aus Sicht der AIDS-Beratungsstelle des Hauptgesundheitsamtes Bremen dargestellt. Der Beitrag wird zu einer Verstärkung der Präventionsdebatte auffordern.




Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax: AIDS fordert uns alle heraus. Erklärung der Schweizerischen Nationalkommission Justitia et Pax zu ethischen Fragen betreffend die AIDS-Krankheit. Bern, den 9. November 1987. AIDS-INFOTHEK 1987;3(1):3

Mit dieser Erklärung äußert sich die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax erstmals zur AIDS-Problematik. Sie tut dies im Bewußtsein, daß mit einer kurzen Erklärung nicht alle mit der AIDS-Krankheit im Zusammenhang stehenden ethischen Fragen beantwortet werden können. Vielmehr ist sie gewillt, diese Fragen weiter zu bearbeiten und dabei insbesondere die mit der AIDS-Krankheit verbundenen rechtlichen und sozialen Probleme vertieft zu behandeln. Diese Aspekte werden in den folgenden Teilen nur kurz angesprochen, da diese Erklärung in erster Linie den Verantwortlichen in der Seelsorge eine kurze Orientierungshilfe bieten will. Diese Erklärung will einen Appell an Verantwortung, Einsatzbereitschaft und Mitgefühl darstellen.




Schwind, Joachim: AIDS und die ethische Frage. Diplomarbeit (Manuskript). München 1988




Schwind, Joachim (Hrsg.): Betrifft: Aids. Begegnungen, Erfahrungen, Anfragen aus den Bereichen Familie, Gemeinde, Krankenhausseelsorge, Erziehung. München Neue Stadt 1988, S. 75

Aus christlicher Sicht werden Antwortversuche und Lösungsvorschläge zum Thema AIDS in der Seelsorge formuliert, Erfahrungen vorgestellt und ergänzende Ansätze nebeneinandergestellt. Beiträge mit Bezug zum Thema AIDS und Ethik: Arnold, John: Seelsorge mit Aids-Patienten; Domian, Jack: Christliche Moral im Aids-Zeitalter; Radcliffe, Timothy: Ich war aidskrank - habt ihr mich aufgenommen?




Seewald, Otfried: AIDS 3. Recht. In: Lexikon Medizin, Ethik, Recht. Hrsg. von Albin Eser, Markus von Lutterotti, Paul Sporken unter Mitwirkung von Franz Josef Illhardt und Hans-Georg Koch. Freiburg - Basel - Wien: Herder 1989, Spalte 15-29

HIV-Infektion und Aids-Erkrankung werfen vielfältige Rechtsfragen in den verschiedensten Rechtsgebieten auf, so z.B. im Arbeits-, Arzneimittel-, Beamten-, Drogen-, Familien-, Jugendfürsorge- und Vormundschaftsrecht, im Schul- und Hochschulrecht, im Seuchen-, Straf- und Strafvollzugsrecht und in den verschiedenen Zweigen des Versicherungsrechts. Der Beitrag spricht wesentliche Rechtsprobleme mit Bezug auf die Rechtslage in der Bundesrepublik Deutschland an.




Seidl, O.; Waldvogel, B.: Besonderheiten im therapeutischen Verhältnis. In: Moeller, Arnulf; Backmund, Herbert (Hrsg.): HIV-Infektion und Nervensystem. Eine multidisziplinäre Darstellung Stuttgart - New York: Thieme 1991, S. 201-204

Besonderheiten im therapeutischen Verhältnis zwischen Patienten mit AIDS und den sie behandelnden Mitarbeitern im medizinischen Versorgungssystem werden erörtert. Zunächst werden spezifische Merkmale verschiedener Patientengruppen besprochen (Homosexuelle, Drogenabhängige, Hämophile). Dann wird auf die Verunsicherung in der Berufsrolle von Angehörigen des medizinischen Versorgungssystems eingegangen, die der Umgang mit AIDS-Patienten anfangs auslöste, und die bei der Behandlung von AIDS-Patienten bei Ärzten auftretenden Belastungen werden erläutert (emotionale Belastung durch Identifizierung mit den Patienten, Überforderungserleben, Verunsicherung der ärztlichen Identität, Angst vor Infektion). Zentrale Dilemmata in der therapeutischen Beziehung werden benannt (professionelles, ethisches und persönliches Dilemma). Abschließend werden mögliche Hilfen für die Therapeuten diskutiert.




Sgreccia, Elio: AIDS und verantwortungsbewußte Weitergabe des menschlichen Lebens. Dolentium Hominum 1990;5(13):263-267

In diesem Beitrag werden Probleme dargelegt, die durch die AIDS-Krankheit für das eheliche Zusammenleben (wenn einer oder beide Partner seropositiv sind) und für die Fortpflanzung (Gefahr der Übertragung auf das Kind) aufgeworfen werden. Dazu bedarf es zunächst einer Besinnung auf die Werte, die diesen Reichtum in seiner Fülle ausmachen: Ehe, eheliche Liebe, Weitergabe des menschlichen Lebens, und zwar in ihrer Bezugnahme auf Gott. Eine Ethik, die diesen letzteren Aspekt außer acht läßt, wird sich kaum behaupten können.




Sielert, Uwe; Herrath, Frank: Überlegungen zur AIDS-Aufklärung in der Sexualpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen. pro familia magazin 1987;15(4):9-10

Aufgrund von Erfahrungen in der sexualpädagogischen Arbeit mit Gruppen und Einzelnen wird die These vertreten, die Gefahr der erworbenen Immunschwäche (AIDS) führe tendenziell zu einer Radikalisierung bisher praktizierten Sexualverhaltens. Als sexualethische Leitlinie wird das Liebesgebot betrachtet, das Umsicht und Verantwortung im Umgang mit sich selbst und mit anderen beinhaltet. Als Dimension der Liebe werden Ekstase, Ganzheit, Vertrauen, aber auch Solidarität mit Ausgegrenzten betrachtet. Eine offene und offensive AIDS-Aufklärung wird befürwortet, die die Bereitschaft fördert, sich mit sexuellen Bedürfnissen und sexuellem Verhalten auseinanderzusetzen.




Sigusch, Volkmar: AIDS aus der Sicht des Sexualforschers. Vorgänge 1987;26(88):98-103

Eine glatte Antwort auf die Herausforderung AIDS kann auch der Sexualforscher nicht geben. Eine Prävention oder Therapie der Sexualität gibt es nicht. Das Nachdenken über die kulturelle Indienstnahme einer Erkrankung über die Mechanismen einer Perversion, die Unterschiedlichkeit der Homosexuellen oder den Schein sexueller Liberalisierungen und die Inhumanität sexueller Umerziehungsprogramme kann die Medizin jedoch darin bestärken, nur die Krankheit und nicht ein ganzes Lebens als Pathologie zu begreifen. Weder Ärzte, noch Sexualforscher sind dazu da, die Straße sauberzuhalten und die Widersprüche des modernen Lebens technisch zu frisieren. Natürlich wäre es für die Sexualwissenschaftler sehr befriedigend, wenn sie den großen medizinischen Disziplinen einen gangbaren Weg aus dem Dilemma AIDS zeigen könnten. Und so sind bereits einzelne der Versuchung erlegen, sich in Nacht und Nebel zu Medizin- wie Volksbeglückern aufzuschwingen.




Simitis, Spiros: AIDS, Maßnahmen gegen Aids und Datenschutz. In: Prittwitz, Cornelius (Hrsg.): Aids, Recht und Gesundheitspolitik. Berlin: Edition Sigma 1990 (Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Aids-Forschung, Band 2), S. 63-81

AIDS war und ist zuvörderst ein medizinisches Problem. Je deutlicher sich freilich die Grenzen ärztlicher HIlfe abzeichnen, desto mehr beginnen gesellschaftliche und rechtliche Aspekte die Diskussion zu überlagern. Spätestenst seit Maßnahmen verlangt werden, die mit einer immer umfangreicheren Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Angaben verbunden sind, läßt sich die Aids-Diskussion nicht mehr unabhängig vom Datenschutz führen. Es scheint sich von selbst zu verstehen, daß jede Maßnahme, bei welcher Angaben über Infizierte verwendet werden, auf ihre Vereinbarkeit mit den Datenschutzgrundsätzen zu überprüfen ist. Schließlich zählt schon die Übermittlung von Angaben über infizierte Strafgefangene, ganz zu schweigen von einer Meldepflicht, zu den gleichsam klassischen Anwendungsfällen der Datenschutzbestimmungen.




Slenczka, Werner: Ethische Fragen der AIDS-Diagnostik aus medizinischer Perspektive. In: Gallwas, Hans-Ullrich; Riedel, Eibe; Schenke, Wolf-Rüdiger (Hrsg.): Aids und Recht. Dokumentation eines interdisziplinären Symposiums in Marburg vom 29. September bis 1. Oktober 1989. Stuttgart: Boorberg 1992, S. 81-87

In diesem Beitrag werden ethische Fragen im Zusammenhang mit dem HIV-Antikörpertest diskutiert. Es wird u.a. als gravierende Kunstfehler angesehen, wenn einem Probanden heute noch ein positives Resultat eines HIV-Tests mitgeteilt wird, ehe nicht die Möglichkeit einer Fehlbestimmung durch den Bestätigungstest oder andere Fehlerquellen ausgeschlossen wurden. Ferner wird die Frage diskutiert, ob es ein Widerspruch ist, daß sich jeder Blutspender einem HIV-Test unterziehen muß, während man jedem, der durch Risikoverhalten sich selbst und seine Mitmenschen gefährdet, das Recht zubilligt, nicht wissen zu müssen, daß er infiziert ist. Grundsätzliche Überlegungen zu rechtlichen Fragen werden zusammenfassend dargestellt.




Sobel, H.: Wider eine vorprogrammierte Hoffnungslosigkeit. Ethik in der Medizin 1989;1:41-45

Derzeit ist AIDS eine diskriminierte Krankheit und jede Form von sekundärem Krankheitsgewinn ist nicht vorhanden. Bei allen Überlegungen muß klar sein, daß mit der Schaffung von zwei Bevölkerungsgruppen, die "positiven" und die "negativen", nicht nur die Ausgegrenzten der Stützung bedürfen, sondern daß mit einer Ausgrenzung höchste Werte menschlicher und christlicher Ethik, wie Gemeinschaft und Solidarität auf dem Spiel stehen. Der Autor appelliert in diesem Beitrag daran, keine Zwangstests für bestimmte Bevölkerungsgruppen einzuführen und plädiert für eine repressionslose Aufklärung über Schutzmaßnahmen gegen eine Weiterverbreitung von HIV. Die mit AIDS berührten Tabubereiche Sexualität, Sucht, Krankheit und Tod sind präsent geworden und müssen vorurteilsfrei und ohne Diskriminierungen zur Kenntnis genommen werden.




Straube, Richard: AIDS. Eine Herausforderung für Christen. Asslar: Schulte + Gerth 1987, 74 Seiten

Inhalt: Die Lage (Angst, Wissenschaft und Meinungsmache, AIDS bedroht uns alle); Die Reaktionen (Schnelles Urteil, Verändertes Verhalten, Eine wichtige stellungnahme, Diskussion um Symptom-Therapie oder Wurzelbehandlung); Das Reden Gottes (Sünde und ihre Folgen, "Freiheit" als Gericht, Zusammenhänge, Die Bibel zum Thema Homosexualität, Frohe Botschaft: Gnade vor Recht, Falsche Denkweise, Gott fordert uns alle heraus); Das Handeln des Seelsorgers (Wer ist Seelsorger? Die eigenen Ängste überwinden, Den Menschen in seiner Not sehen, Den Menschen in seiner Sünde sehen, Falsche Erwartungen korrigieren, Befreiung und Erlösung, Neues Leben - trotz tödlicher Krankheit, Sterbehilfe? Ja zu Gottes Wegen); Das Verhalten der Christen (Solidarität mit dem "Unter-die-Räuber-Gefallenen", Offenheit im Umgang, Klarheit in der Verkündigung, Ein Aufruf).




Teubner, Bernd: AIDS in katholischem Munde. Vor-sicht 1987;2(9):3-4

Der Artikel kommentiert zwei Stellungnahmen der katholischen Kirche zum Thema AIDS einerseits und Homosexualität andererseits.




Uexküll, Thure von: Vier Thesen zum Thema AIDS und Ethik. In: Deutscher Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): AIDS: Fakten und Konsequenzen. Endbericht der Enquete-Kommission des 11. Deutschen Bundestages "Gefahren von AIDS und wirksame Wege zu ihrer Eindämmung". Bonn: Deutscher Bundestag 1990 (Zur Sache. Themen parlamentarischer Beratung 13/90), S. 98-104

Aus der Sicht des Arztes werden in diesem Beitrag vier Thesen zum Fragenkomplex AIDS und Ethik aufgestellt, die sich mit dem Verhältnis von Gesundheit und Krankheit beschäftigen. Für das Problem der Ethik folgt aus diesen Thesen ganz allgemein ein Prinzip gegenseitiger Verantwortung für menschliches Handeln, das in einer realistischen, das heißt durchaus unsentimentalen Weise in dem "Tat quam asi" der Upanischaden - "Das bist du" - und dem "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" der christlichen Lehre ausgedrückt ist.




Velimirovic, Boris: Soziale, ethische, psychologische und finanzielle Probleme von AIDS: Konsequenzen für die Gesundheitspolitik. Teil 1. AIDS-Forschung 1986;1(5):253-258

Velimirovic, Boris: Soziale, ethische, psychologische und finanzielle Probleme von AIDS: Konsequenzen für die Gesundheitspolitik. Teil 2. AIDS-Forschung 1986;1(6):307-317

Die AIDS-Epidemie hat die Gesundheitsbehörden weltweit mit ethischen, sozialen und moralischen Problemen konfrontiert. Für die Mitglieder der Risikogruppen brachte sie ein weites Spektrum von psychologischen Problemen und für die Gesellschaft eine beträchtliche finanzielle Belastung. Das alles sollte ernst genommen werden. Die Behörden müssen Minoritäten zur Kenntnis nehmen, die als hauptsächliche Risikogruppen identifiziert worden sind, wie Homosexuelle, Prostituierte und Drogenabhängige, für welche die Gesellschaft im Verlauf der Geschichte keine dauernde institutionelle Antwort gefunden hat. Das AIDS-Problem bringt mit der Gefahr der Diskriminierung Furcht und Besorgnis mit sich. Man ist noch auf der Suche nach Lösungen für verschiedene Fragen der Menschenrechte, epidemiologischer Erfordernisse, Krankenversicherungspolitik, Schweigepflicht und der Rolle von Regierungsmaßnahmen. Diese wird durch den Mangel an Wissen über das künftige Schicksal von seropositiven, bisher aber nicht klinisch kranken Personen behindert.




Vester, H. G.: Thanatos' Wiederkehr - AIDS. J. Universitas 1986;41(4):371-378




Volkenandt, Matthias: AIDS - theologische und ethische Überlegungen. ZFA. Zeitschrift für Allgemeinmedizin 1989;65(35/36):867-870

Dem Arzt stellt sich die AIDS-Erkrankung nicht als theologisches, sondern als medizinisches Problem. Doch eröffnen sich mit ihr alle Fragen, die mit Krankhaftigkeit des Menschen grundsätzlich gegeben sind. Sie erscheinen im Zusammenhang dieser Erkrankung in besonderer Brisanz und Schärfe. Da es Fragen sind, die den Arzt als Menschen und auch in seinem Beruf als Mediziner ein Leben lang beschäftigen, sollen hier zwei der vielen im Zusammenhang von AIDS relevanten Bereiche angesprochen und entfaltet werden. Dies geschieht in bezug zur AIDS-Erkrankung, am Beispiel dieser Erkrankung, letztlich jedoch nicht wegen der Erkrankung, hieße dies doch, daß diese Fragen ohne das Auftreten von AIDS oder nach einer möglicherweise erfolgenden Überwindung der Krankheit nicht oder nicht mehr von Bedeutung wären.




Vollmann, Jochen: Ethische Implikationen von Hans Jonas' "Prinzip Verantwortung" für die AIDS-Problematik. MMG. Medizin Mensch Gesellschaft 1991;16(1):53-60

Im vorliegenden Artikel wird versucht, eine deontologische Ethik auf ein konkretes medizinethisches Problem anzuwenden. Hierzu wird im ersten Teil der Arbeit die von Hans Jonas entwickelte "neue" Ethik des "Prinzips Verantwortung" in ihren Hauptgedanken dargestellt. Jonas' vier Kriterien für die kollektive Dimension ethischen Handelns, nämlich 1. die Unumkehrbarkeit menschlichen Tuns, 2. die Eigendynamik der Handlung, 3. der kumulative Charakter menschlicher Handlung und 4. die zweischichtige Bedeutung des Wissens bei sittlichen Entscheidungen werden im zweiten Teil dieses Beitrages für das medizinethische Problem des HIV-Infektionsrisikos beim Geschlechtsverkehr entwickelt und diskutiert.




Walter, Alfred: AIDS als Versuchung: christliche Existenz und schwere Krankheit. München: Chr. Kaiser 1989

Inhalt: 1. HIV-Infektion und AIDS - Annäherungen; 2. AIDS und unsere Angst; 3. Zur psychosozialen Situation der Betroffenen; 4. Zum gesellschaftlichen Umgang mit AIDS; 5. AIDS im Spiegel kirchlicher Stellungnahmen; 6. Ethische Annäherungen an AIDS; 7. AIDS und die christlichen Gemeinden.




Wangerin, Bernd: Seelsorge und Betreuung HIV-infizierter Personen im Strafvollzug. Bewährungshilfe 1989;36(1/2):97-102

In diesem Bericht werden Erfahrungen aus der Gefängnisseelsorge in einer Justizvollzugsanstalt für Männer zusammengefaßt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Arbeit mit Drogenabhängigen.




Wangerin, Bernd: Seelsorge und Betreuung HIV-infizierter Personen im Strafvollzug. In: Busch, Max; Heckmann, Wolfgang; Marks, Erich (Hrsg.): HIV/AIDS und Straffälligkeit. Bonn: Forum 1989, S. 238-243

In dem Bericht werden Erfahrungen aus der Gefängnisseelsorge in einer Justizvollzugsanstalt für Männer zusammengefaßt. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Arbeit mit Drogenabhängigen.




Weyer-Menkhoff, Michael: Aids und das richtende Handeln Gottes. Marburg: Sonderdruck 1989. Zuerst in CONTACT. Mitteilungen aus der Schüler-, Studenten- und Akademikerarbeit der Studentenmission in Deutschland (SMD), Heft 44, Juli 1989 Studentenmission Deutschland (SMD), S. 16

"Aids und das richtende Handeln Gottes" lautete das Thema der Tagung "Fachgruppe Sozialpädagogen/Sozialarbeiter" im April 1989. Dieses Thema behauptet, daß es eine Verbindung zwischen Aids und Gottes Handeln gibt. Das ist einigermaßen überraschend. Wir gehen in vier Schritten vor: Wir fragen, warum Aids ein solches Problem ist, jenseits aller medizinischen Aspekte; überlegen, was der Satz "Gott ist Richter" meint; bedenken die Antwort des Menschen; und ziehen dann Folgerungen für uns Sozialarbeiter.




Weymar, W.: Psychiatrische Einrichtung und AIDS. Psychiatrische Praxis 1989;16(3): 97-100

Probleme der stationären Behandlung psychiatrischer Patienten, die an AIDS erkrankt sind, werden erörtert. Zunächst werden die wenigen vorliegenden Publikationen, die nur die akut-psychiatrische Therapie behandeln, referiert. Es wird betont, daß keine davon das Risiko einer HIV-Infektion für chronisch psychisch Kranke oder geistig Behinderte in einer größeren psychiatrischen Einrichtung anspricht. Ethische, juristische und praktische Fragen zu diesem Problem werden erörtert.




Wiedemann, Hans-Georg: Liebe - Sexualität und die Krankheit AIDS. In: Korporal, Johannes; Malouschek, Hubert (Hrsg.): Leben mit AIDS - mit AIDS leben. Hamburg: EB-Verlag Rissen 1987, S. 209-218

Seit einigen Jahren haben wir es - und zwar mitten im Prozeß einer gesunden Konsolidierung der sexuellen Revolution - mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu tun: mit AIDS. Diese Krankheit ist nicht nur eine medizinische und persönliche Katastrophe, sondern auch eine Katastrophe für die noch geführdete Entwicklung zu einem menschenfreundlicheren Umgang mit der Sexualität. Von neuem nistet sich Angst in die sexuellen Begegnungen ein, wenn auch eine andersgeartete Angst: Angst for Ansteckung und das heißt heute noch: Todesangst. Die alten, mit der Sexualität verbundenen Ängste und Schuldgefühle werden mobilisiert. Es gilt aber, sich gegen eine "moralische" Ausbeutung der Krankheit entschieden zur Wehr zu setzen. Ebenfalls gegen den Versuch, mit Hilfe einer sexuell übertragbaren Krankheit die Sexualität der Menschen erneut zu reduzieren auf die Zeugungsfunktion und die sexuelle Lust wie ehemals als sündhaft, schmutzig oder unwesentlich zu diskriminieren.




Wienold, Matthias: Ärztliche Verantwortung. In: 3. Deutscher AIDS-Kongreß. Programm und Abstracts. Hamburg - 24. bis 27. November 1990. Abstract 45. München: Futuramed 1990

AIDS ist immer noch eine tödliche Krankheit. Patienten, die wir als Ärzte mit persönlichem und professionellem Engagement begleiten, sterben trotz aller unserer Bemühungen an AIDS. Unsere Begleitung, unser ärztliches Handeln stellt uns vor dem Hintergrund der letztendlichen Unausweichlichkeit des Todes vor das Problem, selbst zu den Instrumenten und Vermittlern dieser Endgültigkeit zu werden. Das Eingestehen von Unsicherheiten, die offene Auseinandersetzung mit den Patienten und dem ärztlichen Rollenverhalten kann Wege eröffnen, die ärztliche Verantwortung als Begriff neu und erweitert zu verstehen. Akzeptanz, Reflektion, Kommunikation und Solidarität sollen als Schritte hierzu zur Diskussion gestellt werden.




Wienold, Matthias: Europäische Standards in der Medikamentenforschung. Selbsthilfegruppen in der EG arbeiten enger zusammen. Magnus 1991;3(6):72-73

In dem Artikel wird eine neue Kooperation von AIDS-Selbsthilfegruppen innerhalb der Europäischen Gemeinschaft vorgestellt. Ziel der Kooperation ist die Verbesserung der AIDS-Therapieforschung unter ausdrücklicher Einbindung und Berücksichtigung von Menschen mit HIV und AIDS und ihrer Lebenssituation. Kriterien für die Durchführung klinischer Forschung, wie sie in der European AIDS Treatment Agenda formuliert wurden, werden zusammenfassend dargestellt.




Windecker, Ottfried: AIDS und wir. Ein praktischer Ratgeber aus christlicher Sicht. Berneck: Schwengeler-Verlag 1989, 208 Seiten

Zunächst wird für den nicht medizinisch vorgebildeten Leser ein Überblick über die Auseinandersetzung des menschlichen Immunsystems mit HIV gegeben. Daran anschließend folgt eine Zusammenfassung der vielschichtigen politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Äußerungen hinsichtlich AIDS, die zeitgeistliche Strömungen analysieren und so dem Leser zu einem besseren Verständnis helfen will. Des weitern setzt sich der Autor mit der existentiellen Frage des Menschen nach dem Sinn des Lebens auseinander. Ziel des Buchs ist es, in der komplexen AIDS-Problematik einen Standpunkt zu finden, von dem aus wir in der Lage sind, das Wesen der HIV-Infektion und der AIDS-Erkrankung zu verstehen, von der Liebe Christi her Verständnis für die Betroffenen und Kranken selbst aufbringen zu können und ein richtiges und angemessenes Verhalten hinsichtlich einer Ansteckungsmöglichkeit zu entwickeln. Inhalt: Vorwort; 1. AIDS - Überblick und Ausblick; 2. AIDS - Probleme der Gesellschaft und Bedrohung des Individuums; 3. AIDS: Übertragung und Vorbeugung.




Winiarski, Rolf: AIDS - Die Verwertung einer Krankheit. Report Psychologie 1987;12(9):4-8

Anhand einer Analyse einschlägiger Medien (Nachrichtenmagazine, Tageszeitungen, Fernsehsendungen) werden Reaktionen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen (Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Kirche) auf AIDS erörtert. Gestützt auf vielfältige Zitate wird gezeigt, daß die von AIDS ausgehende Furcht zur Durchsetzung eigener ökonomischer und politischer Interessen genutzt wird. Die Anprangerung von Homosexualität und Promiskuität durch konservative Politiker, Teile der Kirche und "Soziobiologen" wird ausführlich dargestellt. (Frühere Fassung in: PP-Aktuell 1987, 6 (2), 49-61).




Wolff, Jürgen: AIDS-Test und Recht. Deutsche AIDS-Hilfe Aktuell 1989;1(2):19-20

Keine Rechtsfrage zum Thema AIDS ist in den letzten beiden Jahren so häufig und so öffentlich diskutiert worden wie die Frage des HIV-Antikörpertests. In diesem Beitrag wird der unüberlegte und z.T. nicht rechtmäßige Umgang mit dem Test dargestellt und kritisiert.




Wolters, Jörg-Michael: AIDS und Pädagogik. Sozialpädagogisch verantworteter Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen. Soziale Arbeit 1989;38(8):293-297

Möglichkeiten und Probleme der praktisch-pädagogischen Arbeit mit an AIDS erkrankten bzw. HIV-infizierten Kindern und Jugendlichen werden erläutert. Sozialintegrative Maßnahmen werden skizziert, und Ansatzpunkte sinnvoller sozialpädagogisch verantwortbarer Arbeit mit den Betroffenen werden verdeutlicht. Dabei werden die Bereiche Heimerziehung, Sexualpädagogik, Gesundheitserziehung und Körpererfahrung pointiert.




Woytila, Karol: Die Kirche und AIDS: menschenwürdige Vorbeugung und solidarische Hilfeleistung. Ansprache des Heiligen Vaters. Dolentium Hominum 1990;5(13):6-11

Die bedrohliche Ausbreitung von AIDS stellt Herausforderungen an alle dar, denen auch die Kirche im Rahmen ihrer Kompetenz nachkommen möchte: Das sind die Verhütung von AIDS und der Beistand für die daran Erkrankten. Für ein wirksames Vorgehen braucht es den gemeinsamen Einsatz aller, dem wiederum eine konstruktive Sicht der Würde des Menschen und seiner transzendenten Bestimmung zugrunde liegen muß. Die Eigenart der Entstehung und Verbreitung führt eine Situation herbei, die durch eine Krise der Werte gekennzeichnet ist. Es dürfte der Wahrheit nicht allzu ferne sein, wenn man zwischen der Ausbreitung von AIDS und einer gewissen Immundefizienz in bezug auf die existentiellen Werte, die man lediglich als Pathologie des Geistes bezeichnen kann, eine Parallele zieht. Zu einer wirksamen Verhütung dieser Krankheit, die zugleich der menschlichen Würde angemessen sein muß, ist eine entsprechende Information erforderlich, aber auch Erziehung zu verantwortungsbewußter Reife. Die sichere Auslegung des göttlichen Gesetzes ist eine Aufgabe, die der Kirche obliegt. Wenn sie deshalb auch immer wieder ein entschiedenes "Nein" zu gewissen Verhaltensweisen aussprechen muß, so möchte sie doch als "Expertin der Menschlichkeit" dem Menschen zu einer sinnvollen Lebensweise verhelfen und ihm ein positives Ideal aufzeigen. Nur in diesem Kontext werden moralische Verhaltensnormen begriffen und angenommen. Anhand dieser Darlegungen begreift man, daß es eine tiefe Verletzung der Menschenwürde und daher moralisch unzulässig ist, zur Verhütung der AIDS-Krankheit zu Mitteln zu greifen, die dem authentischen Sinn menschlicher Geschlechtlichkeit entgegenstehen. Wenn ihre pathologische Situation auch einen einzigartigen Platz einnimmt, so haben die AIDS-Kranken doch genau so wie jeder andere Kranke ein Recht auf angemessene Hilfe, auf Achtung, Verständnis und volle Solidarität. So wendet sich der "Heilige Vater" vor allem und mit besonderer Sorge an die AIDS-Kranken: "Liebe Brüder in Christus, die ihr die ganze Härte des Kreuzwegs kennt, ihr dürft euch keineswegs verlassen fühlen."




Zenger, Christoph Andreas: Recht und Unrecht bei AIDS: Probleme um den HIV-Test und die ärztliche Schweigepflicht. Schweizerische Medizinische Wochenschrift 1991;121(34):1205-1211

Im folgenden wird die heute in der Schweiz bestehende Rechtslage zu zwei Fragenkreisen erörtert und erläutert: Unter welchen Voraussetzungen darf der Arzt einen Patienten auf HIV-Antikörper testen (oder allgemeiner: diagnostische Mittel einsetzen), ohne daß dieser ausdrücklich eingewilligt hat? Und in welchen Fällen darf er ohne Zustimmung des Patienten andere über dessen HIV-Status informieren (oder allgemeiner: seine ärztliche Schweigepflicht durchbrechen)? Die informierte Einwilligung der betroffenen Person bildet den wichtigsten Fall der Rechtfertigung; sie muß sowohl für Tests als auch für Durchbrechungen der Geheimhaltungspflicht in aller Regel spezifisch und ausdrücklich erteilt werden. Eine stillschweigende Einwilligung darf nur unter besonderen Umständen angenommen werden; der Auftrag zu einem Check-up beispielsweise schließt jedenfalls zurzeit keine stillschweigende Einwilligung zm HIV-Test ein. Der Schutz von Drittpersonen bildet einen weiteren möglichen Rechtfertigungsgrund. Insbesondere heimliche Tests zum Schutz von Ärzteschaft und Pflegepersonal sind auf dem heutigen Stand der Entwicklung weder geeignet noch erforderlich zu solchem Schutz und deshalb rechtlich nicht zu rechtfertigen; ebenso wenig ist, abgesehen von Fällen zulässiger Notstandshilfe, die heimliche Notifikation von Sexualpartnern zu deren Schutz rechtlich zulässig. Gesetzliche Grundlagen und überwiegende öffentliche Interessen schließlich können in Ausnahmefällen zur Rechtfertigung herangezogen werden, so unter Umständen für die behördliche Anordnung eines offenen, zwangsweisen HIV-Tests im konkreten Einzelfall oder von systematischen Unlinked Tests zu epidemiologischen Zwecken, oder allenfalls auch für ärztliche Meldungen an den zuständigen Amtsarzt bei eigentlichem Desperado-Verhalten von HIV-positiven Patienten. Meist aber sind Tests und Durchbrechungen der Schweigepflicht von so bescheidenem instrumentellem Wert für die Eindämmung der HIV-Epidemie, dass die dafür geltend gemachten Interessen der Krankheitsbekämpfung wenig ins Gewicht fallen und gegenüber den betroffenen Interessen des Persönlichkeitsschutzes nicht überwiegen.




Zenger, Christoph Andreas: Arztgeheimnis und Aids: Welche Rechtsgüter gilt es zu schützen? Aids Info Docu Schweiz (Hrsg.): AIDS. Ethische Grundlagen der Aids-Prävention. SIDA. Bases éthiques de la prévention du sida. Bern: Aids Info Docu Schweiz 1993 (DIAlog AIDS Band II), S. 14-23

Die Güterabwägung bildet das geläufigste Mittel sowohl in der Ethik als auch im Recht, um im konkreten Anwendungsfall zu entscheiden, welche von einander widersprechenden Werte Vorrang haben und welche Normen Geltung finden sollen. Freilich ist oft zu wenig geklärt, warum welche Güter in die Abwägung mit einbezogen werden und andere nicht. Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Analyse der Rechtsgüter, die für Entscheide über Geheimhaltung oder Offenbarung von HIV-Infektionen in Rechnung gestellt werden müssen. Die Konsequenzen, die sich daraus in rechtspolitischer, rechtstheoretischer und ethischer Hinsicht ergeben, werden in einem Ausblick angedeutet.




Zielinski, Helmut Reinhold: Der Seelsorger und die AIDS-Patienten. In: Zielinski, Helmut Reinhold (Hrsg.): Prüfsteine medizinischer Ethik IX. Düsseldorf: Arbeitsgemeinschaft für Medizinische Ethik und Gesellschaftsbildung e.V. 1988, S. 107-129

Der Beitrag gliedert sich in drei Abschnitte: 1. "AIDS" ist kein moraltheologisches Problem. 2. Durch die einseitige Berichterstattung über die Betroffenengruppen bei AIDS hat sich ein Bild entwickelt, das den Eindruck vermittelt, bei dieser Krankheit handele es sich ausschließlich um eine Infektionskrankheit, die homosexuelle Personen betreffen würde. 3. Welche Hilfen kann die Seelsorge den AIDS-Kranken anbieten?




Zimmerli, Walter Ch.: AIDS - ethisch betrachtet. Zeitschrift für evangelische Ethik 1988;32(3):190-198

Daß die Debatte über die erworbene Immunschwäche AIDS, wie sie heute geführt wird, voller Emotionen und Parteilichkeiten steckt, kann angesichts der ärztlichen und allgemein-menschlichen Ohnmacht nicht verwundern, auf die sie stößt. Dieses Faktum sollte jedoch den Versuch einer rationalen Diskussion auch jener Fragen nicht verhindern, die sich mit den Werten und der Moral befassen. Fraglos nämlich fällt das Problem AIDS - ethisch betrachtet - in die Gruppe all jener Fragen, mit denen sich die medizinische Ethik befaßt. In seinem Beitrag stellt der Autor im Sinne der Weberschen Verantwortungsethik Thesen auf, die sich mit den Handlungszielen der Fürsorgenden, der Legislative und der Betroffenen befassen. Da die HIV-Infektion durch trieb- und suchtgesteuertes Verhalten erfolgt, können Furcht und Mitleid zu Gehilfen der sonst schwer durchsetzbaren Aufklärung werden.




Zimmerli, Walter Ch.: An den Grenzen unserer ethischen Vernunft: AIDS. Pharma Schweiz 1988




Zuber, Johannes; Werner, Joachim; Assmann, P.: Einstellungen von medizinischem Personal gegenüber HIV-Positiven und AIDS-Kranken - erste Ergebnisse einer Interview-Studie. In: 4. Deutscher AIDS-Kongress, Programm und Abstracts. Wiesbaden, 25. bis 28. März 1992. Abstract 22. München: Futuramed 1992

Ziel dieser Untersuchung ist es, die Einstellungen (Vorurteile) von medizinischem Personal (Ärzte und Krankenpflegepersonal) gegenüber HIV-Positiven und AIDS-Kranken zu erfassen. Dabei möchte die Studie einen Beitrag zur Identifizierung der Vorurteilsstrukturen (der kognitiven, affektiven und sozialen Anteile der Vorurteile) im Kontext der Krankheit AIDS leisten. Außerdem soll geprüft werden, welchen Einfluß die Erfahrung im Umgang mit AIDS-Kranken und HIV-Positiven auf die Ausprägung der Vorurteile hat. Den theoretischen Rahmen liefert Tajfels Theorie des Vorurteils, die neben der individuellen (kognitiv, affektiv) auch die soziale Dimension berücksichtigt. Untersucht werden zwei Stichproben von Ärzten und Krankenpflegepersonal, die sich danach unterscheiden, ob sie Erfahrung im Umgang mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken haben oder nicht. Im Rahmen der Untersuchung werden 300 Interviews mit Mitarbeitern des medizinischen Personals (N=240 ohne Erfahrung, N=60 mit Erfahrung) durchgeführt. In einem varianz- und regressionsanalytischen Design wird überprüft, inwieweit kognitive (Wissen), affektive (Ängste), soziale (z.B. situative Bedingungen, Erfahrung, Kontakt mit Betroffenen) und personenbezogene Variablen mit Vorurteilen gegenüber HIV-Positiven und AIDS-Kranken zusammenhängen.




Zuber, Johannes; Werner, Joachim: Einstellungen von medizinischem Personal gegenüber HIV-Positiven und Aids-Kranken. In: Lange, Cornelia (Hrsg.): Aids - eine Forschungsbilanz. Berlin: Edition Sigma 1993 (Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Aids-Forschung 10), S. 75-91

Bei medizinischem Personal bestehen fast durchgängig erhebliche Lücken im Kenntnisstand zu HIV-Infektion und AIDS. Je größer der Kenntnisstand war, desto geringer war die Homophobie und die Angst vor AIDS. Ein erhöhter Kenntnisstand allein hatte aber meistens keinen Einfluß auf positivere Einstellungen gegenüber Patienten mit AIDS. Betrachtet man die vorliegenden empirischen Studien unter methodischen Gesichtspunkten, so läßt sich kritisch feststellen, daß in der Mehrzahl Studentenstichproben befragt wurden. In kaum einer Untersuchung wurde erhoben, welche Auswirkungen die Erfahrung im Umgang mit HIV-Positiven oder AIDS-Kranken auf die Einstellungen der Befragten hatte. Die hier vorliegende Studie hat zum Ziel, die Einstellungen von Ärzten und Krankenpflegepersonal gegenüber AIDS-Kranken und HIV-Positiven zu untersuchen.


7.1.1. Autoren A - E

7.1.2. Autoren F - H

7.1.3. Autoren I - M

7.1.4. Autoren N - R


 © für die elektronische Version Stephan Dressler Berlin 2000, zuletzt aktualisiert am 24.04.2000 http://www.aidsfinder.org/